19. April 2021, 13:00 Uhr

Eschenburg

Trafohaus ist »Ort der Industriekultur Mittelhessen«

Das Museums-Trafohaus in Wissenbach ist mehr als 100 Jahre alt. Es beinhaltet zwei Abteilungen: eine zum lokalen Bergbau und eine zur Kommunikationsgeschichte.
19. April 2021, 13:00 Uhr
Bei der Vorstellung des Schildes am Trafohaus Wissenbach (v.l.): Irene Krüger, Marion Klein, Götz Konrad, Manuel Heinrich, Joachim Hundt und Gerhard Herget. Foto: Winfried Krüger

Bürgermeister Götz Konrad, Leader-Managerin Marion Klein vom Verein Region Lahn-Dill-Bergland und Manuel Heinrich vom Regionalmanagement Mittelhessen haben gemeinsam mit Irene und Winfried Krüger vom Regionalmuseum Eschenburg eine Tafel vorgestellt, die auf die Bedeutung dieses Eschenburger Wahrzeichens hinweist und den Zusammenhang zur Industriekultur Mittelhessen herstellt. Das EU-geförderte Projekt umfasst 28 Tafeln und fünf Faltblätter, die über eine neue App und eine Internetseite miteinander verknüpft sind.

Zwei Abteilungen des Regionalmuseums

Das 1910 errichtete Trafohaus in Wissenbach beinhaltet zwei Abteilungen des Regionalmuseums Eschenburg: Neben der lokalen Bergbaugeschichte gibt es eine vollständige Ortsvermittlungsanlage, mit der gleichzeitig 600 Gespräche abgewickelt werden konnten. Erweitert durch Telefonleitungsbau und Fernschreibetechnik werden hier viele Jahrzehnte Kommunikationsgeschichte präsentiert.

Die Anlagen sind funktionsfähig und werden von Joachim Hundt und Gerhard Herget gepflegt, ehemaligen Technikern, von denen auch die Idee ausging, das Trafohaus für die Gemeinde zu sichern, als der Abriss anstand. »Für dieses Engagement bin ich sehr dankbar«, erklärte Bürgermeister Götz Konrad, »denn wir haben in der Gegend viel zu bieten«.

Alltägliche Geschichte sichtbar machen

Eine DinA3-Tafel stellt die Verbindung zur Industriekultur Mittelhessen her und damit an die Geschichte(n) dieses Ortes. »Die Bedeutung von teils alltäglichen Orten für die Entwicklung unserer Region sichtbar machen«, das ist das Ziel der beim Regionalmanagement Mittelhessen angesiedelten »Initiative Industriekultur Mittelhessen«, die dank einer Förderung durch die EU für den ländlichen Raum in den vergangenen zwei Jahren ein Projekt zur Sichtbarmachung umsetzen konnte:

28 Orte in Mittelhessen wurden mit einer Tafel versehen, die über einen QR-Code mit einer eigens erstellten App und einem Internetauftritt vernetzt sind. Götz Konrad probierte dies gleich selbst aus: »Ich freue mich, dass auf diese Weise online Verknüpfungen hergestellt werden können.«

Möglich wurde das Projekt durch eine Kooperation aller mittelhessischen Leader-Regionen: Burgwald-Ederbergland, Gießener Land, Lahn-Dill-Bergland, Lahn-Dill-Wetzlar, Limburg-Weilburg, Marburger Land und der Vogelsberg haben sich zusammengetan, erklärte Marion Klein vom Verein Region Lahn-Dill-Bergland. »Das Leader-Programm der EU sieht in Kooperationen große Chancen für innovative Projekte im ländlichen Raum. Daher sind wir dankbar, dieses Projekt als Kooperationsprojekt mit sieben hessischen Leader-Regionen und dem Regionalmanagement Mittelhessen umsetzen zu können«, betont die Leader-Managerin.

Weitere wichtige Orte in der Region

Das Thema Bergbau ist für Eschenburg mit seiner außerordentlichen Lage schon immer bedeutend, so sind auch die ehemalige Silbererzgrube Gottesgabe in Eschenburg-Roth, die Eibelshäuser Hütte und der Bahnhof in Wissenbach Orte der Industriekultur und Zeugnisse für rund 250 Jahre Bergbau.

Genau das ist auch die Funktion des Leader-Projektes: Geschichte, Gegenwart und Zukunft der Industriekultur sichtbar zu machen. Die ergänzenden fünf Faltblätter sprechen spezifische Zielgruppen an.

So gibt es Industriekultur zu erleben in den Kategorien »Zu Fuß und auf dem Rad«, »Auf und am Wasser«, »Für Familien und Kinder«, »In Museen, Sammlungen und Science Centern« sowie »Industriekultur kreativ«.

Initiative offen für alle

Die Initiative ist offen für alle, die sich einbringen wollen, die Liste der Objekte kann erweitert werden. Alle Aktivitäten laufen beim Regionalmanagement Mittelhessen zusammen, das diese unter www.industriekultur-mittelhessen.de und über die App veröffentlicht. So sind auch Veranstaltungen wie Führungen oder die thematischen Wanderungen im Lahn-Dill-Bergland abrufbar.

Mitmachen kann man auch bei den zwei Tagen der Industriekultur, die vom 1. bis 4. Juli stattfinden sollen und das Spektrum der Industriekultur zeigen wollen.

0
Kommentare | Kommentieren

Kommentare

Kommentar hinzufügen