18. Januar 2021, 17:36 Uhr

Wetzlar

»Sonnensprossen« gründen Genossenschaft

Der Sonnensprossen-Verein hat ein Konzept für gemeinschaftliches Wohnen und Leben entwickelt. Gesucht wird ein geeignetes Baugrundstück.
18. Januar 2021, 17:36 Uhr
Um die Erkschule, die inzwischen abgerissen worden ist, haben sich die »Sonnensprossen« vergeblich bemüht. Foto: Gerstberger

Der Baugrund kann vorrangig in Wetzlar sein, alternativ wird aber auch eine geeignete Immobilie gesucht, die sich in einen Komplex mit 25 bis 30 Wohneinheiten umbauen lässt. Nachdem die Sonnensprossen sich vergeblich um den Erwerb der Ludwig-Erk-Schule bemüht hatten, sind in vielen Arbeitssitzungen, an denen bis zu 30 Mitglieder teilgenommen hatten, weitere Objekte diskutiert worden. Fündig geworden ist der Verein jedoch noch nicht.

Schwierige Objektsuche

»Bei der Ludwig-Erk-Schule hatte sich der Lahn-Dill-Kreis als Anbieter damals entschieden, finanziellen Erwägungen den Vorzug vor gesellschaftlichen zu geben, und wir konnten mit dem aus unserer Sicht überhöhten Kaufpreisangebot des meistbietenden Investors nicht mithalten«, bedauert der Vorstand.

Vor zwei Jahren entstand der Kontakt mit der evangelischen Kirche über ein Grundstück, das das Wohnprojekt in Erbpacht übernehmen und bebauen wollte. »Die Verhandlungen wurden kürzlich von der Kirche leider abgebrochen. Trotzdem war unsere Arbeit nicht umsonst, denn wir können einen Großteil der Vorbereitungen nahtlos übernehmen«, so Gila Gertz vom Sonnensprossen-Vorstand.

Kopf nicht in den Sand stecken

»Wir geben nicht auf«, unterstreicht Gila Gertz und kündigt die baldige Gründung einer Genossenschaft an. Ein anderes Grundstück sei bereits in Aussicht. In die Wohnungen unterschiedlicher Größe sollen Singles, Paare und Familien einziehen. Geplant sind außerdem Gemeinschaftsräume, Werkstätten und Gästeappartements.

»Gemeinschaftlich heißt für uns«, so Vorstandsmitglied Martina Rieb, »in freundschaftlicher Nachbarschaft, selbstbestimmt und sozial verbunden, engagiert und in verlässlicher Gemeinschaft unter einem Dach zu leben.«

Im Zusammenleben von Alt und Jung sehen die Sonnensprossen viele Vorteile, zum Beispiel Hilfe bei der Kinderbetreuung, Versorgung wenn Not ist, gemeinsame Aktivitäten und Ersparnisse durch Carsharing und angemessene Wohnungsgrößen.

Die Genossenschaft wird Bauherrin und Eigentümerin werden, und ihre Mitglieder werden gegen ein Nutzungsentgelt »Mieter im eigenen Haus« sein. Zum Sonnensprossen-Konzept gehört die eigene Verwaltung des Projektes, ökologisches und nachhaltiges Bauen und Leben, teilen, was zu teilen Sinn macht und Vielfalt mit Jung und Alt.

Aktive willkommen

»Die Zusammensetzung unserer Gruppe hat sich nochmal verändert«, so Gila Gertz, »wir sind noch nicht komplett und suchen neue Interessenten, vor allem Familien mit Kindern, die gemeinschaftlich wohnen wollen.«

Selbst in Zeiten von Corona ist der Verein aktiv. Die Mitglieder treffen sich per Videochat zu Arbeitsgruppen, Versammlungen und auch zu einem virtuellen Stammtisch. Dort werden auch fachliche Themen behandelt wie Finanzierung, »Genossenschaft - wie läuft das?«, »Komfortabel wohnen auf 50 Quadratmetern«, Holzbau und Energieeffizienz.

Interessierte können unter mail@sonnensprossen.de oder 06441 47916 mit dem Wohnprojektverein Kontakt aufnehmen.

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