25. März 2021, 13:00 Uhr

Wetzlar

Sanierung des Domturms kostet 2,2 Millionen Euro

Der 1490 fertiggestellte gotische Domturm ragt mit fast 51 Metern mächtig und stabil über der Altstadt. An einigen Seiten sind Schäden aufgetreten, die beseitigt werden.
25. März 2021, 13:00 Uhr
Als wäre der Verhüllungskünstler Christo vorbeigekommen, präsentiert sich der Domturm in weißem Gewand. Foto: Gerstberger

Konkret sind fortschreitende Schäden an den dem Domplatz zugewandten Fassaden - West- und Südseite - aufgetreten. Regen und Eis sind in kleine Risse eingedrungen und haben den aus Sandstein gefertigten Fassadenelementen wie Wasserspeier, Kreuzblumen, Krabben und Skulpturen stark zugesetzt. Die Risse und Auswaschungen haben sich im Laufe der Jahrzehnte schleichend vergrößert und zu Abplatzungen geführt, die die Stabilität ganzer Bauteile bedroht.

Arbeit für Steinmetze und Restaurateure

»Insgesamt wird mit 2,2 Millionen Euro für die Sanierungsarbeiten gerechnet. Es müssen mehrere hundert Quadratmeter Sandsteinfassade und eine Vielzahl bildhauerischer Elemente von Steinmetzen und Restaurateuren manuell bearbeitet und konserviert werden«, erklärt Jens Wolf vom Dombau-Verein.

Die Sanierung soll zwei Jahre dauern. Zunächst werden die oberen Teile des Turms bearbeitet. Dann kann ein Teil des Gerüsts zurückgebaut werden und im nächsten Jahr kommt dann der untere Teil dran.

Zenterweise Dreck und alte Flechten

Als erstes wurden alle Fugen zwischen den Steinelementen manuell geöffnet und anschließend die Oberflächen des Sandsteins gereinigt. Dabei kamen einige hundert Kilogramm Dreck und Flechtenbewuchs zusammen, die entsorgt werden mussten.

Die Fassade wurde mit klarem Wasser gereinigt. Im nächsten Schritt wurde in Abstimmung mit dem Restaurator Matthias Steyer aus Eppstein, der bereits einige Male am Dom tätig war, ein detailliertes Aufmaß angefertigt. Es musste entschieden werden, welche schadhaften Stellen erhalten und saniert werden können.

Bei anderen Schäden wird der Stein etwa 15 Zentimeter tief herausge-stemmt und durch neues Steinmaterial, sogenannte »Vierungen«, ersetzt. Für die Bauunterhaltung ist die Dombauverwaltung zuständig, die Kosten tragen die Evangelische Kirchengemeinde Wetzlar und die Katholische Kirchengemeinde Unsere Liebe Frau Wetzlar zu jeweils 5/12 sowie die Stadt Wetzlar und der von Dalberg’sche katholische Kirchenfonds Wetzlar zu jeweils 1/12.

Die Arbeiten haben im Juli mit coronabedingter Verspätung begonnen. Alleine der Aufbau des Gerüsts hat etwa drei Wochen gedauert. Erst danach konnten die Steinmetze eines Crailsheimer Unternehmens loslegen. Mittlerweile wurden die meisten der über 70 neuen Vierungen eingesetzt. Sobald die Temperaturen wieder dauerhaft über 5 Grad liegen, können die Fugen verputzt werden. Diese Arbeiten sollten im April beendet sein.

Spenden willkommen

Gemeinsam mit dem Dombauverein Wetzlar haben die beiden Kirchengemeinden das Spendenprojekt »Domretter« ins Leben gerufen. Seit Ende 2019 kamen so bereits 130.000 Euro zusammen. Wegen Corona konnten aber viele geplante Benefizveranstaltungen und -konzerte nicht stattfinden.

Unter www. domretter.de gibt es Bilder vom Stand der Arbeiten sowie einen Trailer des virtuellen Domrundgangs.

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