01. Juni 2021, 13:00 Uhr

Wetzlar

Naturschutzpreis gleich an zwei Projekte verliehen

Der Naturschutzpreis der Stadt Wetzlar geht für Beiträge zur Förderung der Biodiversität an die evangelische Kirchengemeinde als auch an den Revita’s Naturschutzverein.
01. Juni 2021, 13:00 Uhr
Von links: Umweltdezernent Norbert Kortlüke übergab die Urkunden im »Garten der Sinne« der Kreuzkirche an Felix Kinzenbach (Revita‘s), Bernhard Feth (NABU) und Wolfgang Böhl (Gartenprojekt). Foto: Stadt Wetzlar

Die Preisträger wurden vom Naturschutzbeirat der Stadt Wetzlar ausgewählt und erhalten jeweils ein Preisgeld von 450 Euro. Umweltdezernent Norbert Kortlüke übergab die Urkunden im Garten der Kreuzkirche in Wetzlar.

Etwas für die Sinne

In Zusammenarbeit mit dem Naturschutzzentrum, dem NABU, dem BUND, den örtlichen Vogelschutzgruppen und dem Wetzlarer Imkerverein entwickelte die evangelische Kirchengemeinde für ihr Grundstück an der Kreuzkirche Ideen zur Umgestaltung des Geländes in einen Garten der Sinne.

Alle fünf Sinne sollen angesprochen werden, und so wurden Kräuterbeete und ein Bibelgarten, ein Staudenbeet und ein Bodenerlebnispfad und weitere verschiedene Beete angelegt.

Hierbei wurde auch der Insektenschutz mitbedacht. Außerdem wurden Nistkästen für Turmfalken, Mauersegler und Mehlschwalben am Turm montiert. Es gibt ein begehbares Bodenlabyrinth, eine Boule-Bahn und einen Gedenkgarten. Ruhebänke und Hochbeete laden dazu ein, den Garten zu genießen und zu verweilen. Das Projekt konnte mithilfe von ehrenamtlichen Helfern umgesetzt und durch Spenden, Kollekten und den Erlös eines Bücherflohmarktes realisiert werden.

»Es ist der evangelischen Kirchengemeinde gelungen, mit ihrem Projekt einen zentralen Ort zum Naturerleben und Durchatmen zu schaffen und dabei einen Beitrag zum Erhalt der Biodiversität zu leisten. In dieser Größenordnung gibt es kein vergleichbares Gartenprojekt in Mittelhessen«, berichtet Umweltdezernent Norbert Kortlüke.

Der gemeinnützige Revita’s Naturschutzverein Wetzlar widmete sich seit 2015 der Förderung des Naturschutzes, der Landschaftspflege und des Tierschutzes. Insbesondere das Erhalten, Schaffen und Verbessern von Lebensgrundlagen für eine artenreiche Tier- und Pflanzenwelt im heimischen Raum standen im Vordergrund. So unterstützte der Verein den NABU-Stadtverband bei der Pflege eines 90 Jahre alten Obstbaumbestands durch Schnittmaßnahmen und das Nachpflanzen von alten, erhaltungswürdigen Obstsorten.

Siegerverein hat sich mittlerweile aufgelöst

»Streuobstwiesen bilden einen wichtigen Lebensraum für Tier- und Pflanzenarten. Dieser Artenreichtum ist bedingt durch die Kombination von extensiv genutztem Grünland und offenen Gehölzstrukturen. Sowohl Offenlandbewohner als auch waldliebende Arten treffen hier aufeinander und nutzen das abwechslungsreiche Mosaik der Lebensräume«, betont Kortlüke. In Hessen gehören Streuobstwiesen zu den gesetzlich besonders geschützten Biotopen. Und seit dem März 2021 ist der Anbau von Streuobst auch deutschlandweit immaterielles Kulturerbe.

Der Verein löste sich jedoch zu Beginn des Jahres 2021 leider auf und wird daher das Preisgeld an den NABU-Stadtverband Wetzlar weiterreichen.

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