22. Februar 2021, 13:00 Uhr

Biedenkopf

Mehr Freude über Briefe als über Schlitten

Die Pandemie trifft alle, aber gerade für Kinder, alleinstehende und alte Menschen ist die Situation grenzwertig.
22. Februar 2021, 13:00 Uhr
Der siebenjährige Emilio Hinn (Bild) und sein Bruder Manoah machen den Bewohnern des Seniorenzentrums Wallau mit ihren Aktionen viel Freude. Foto: privat

Umso mehr freut sich der DRK-Kreisverband Biedenkopf, dass es so viel Anteilnahme, Einfühlungsvermögen und Engagement aus der Bevölkerung gibt, aus denen tolle Geschichten entstehen - so wie die von Emilio aus Wallau.

Brieffreundschaft zwischen Jung und Alt

Im Dezember wurde Familie Hinn auf die Aktion »Seniorenherzen erwärmen« aufmerksam, von der auch die beiden Söhne Emilio (7) und Manoah (10) begeistert waren. Kurzerhand wurde die Küche zur Weihnachtsbäckerei umfunktioniert, Kokosmakronen und Vanillekipferl gebacken und jeweils ein Paket mit einem Brief und Gebäck für die Bewohner des Seniorenzentrums Wallau fertiggemacht.

Emilio, der die erste Klasse der Grundschule in Wallau besucht, schrieb den Brief mit Hilfe seiner Mutter und packte gleich seine Adresse dazu. Die Senioren waren so begeistert, sodass mittlerweile eine richtige Brieffreundschaft entstanden ist, über die sich beide Seiten freuen. Emilio hat im Heim auch schon mit seiner Oma einen großen Blumenstrauß abgegeben.

Post direkt an die Haustür

Die Zustellung der Briefe läuft nicht über die Post, sondern Betreuungskraft Heike Kunz bringt sie mit dem nötigen Sicherheitsabstand persönlich bei Familie Hinn vorbei. An einem Tag kam sie zufällig zum selben Zeitpunkt wie der Postbote bei Emilio vorbei. Heike Kunz hatte einen Brief mit Selbstgebasteltem dabei und die Dame von der Post einen nagelneuen Schlitten. »Der Schlitten ist schön, aber der Brief von den Senioren ist noch viel schöner«, sagte Emilio. Der Wallauer Junge ist genauso wie sein Bruder im Homeschooling, vermisst seine Freunde und bekommt von seinen Eltern, die beide im sozialen Bereich arbeiten, vermittelt, wie schwierig die Zeit für Menschen aus Risikogruppen ist, die zurzeit noch weniger soziale Kontakte haben als sie.

Uroma war Bewohnerin im SZW

Die Nähe zum Seniorenzentrum Wallau (SZW) kommt allerdings nicht von ungefähr. Die Uroma von Emilio und Manoah war bereits Bewohnerin des SZW.

Auch damals wurde klar, dass Kinder keine Berührungsängste mit alten Menschen haben. Als die Uroma bereits verstorben war, ging Manoah mit seiner Mutter trotzdem noch ins Seniorenzentrum Wallau, weil der Junge weiterhin mit den Damen »Mensch ärgere Dich nicht« spielen wollte. Die Senioren ihrerseits wollen auch weiterhin für die Jungen basteln und Briefe schreiben.

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