18. August 2021, 13:00 Uhr

Weilburg

Intendant stolz auf die abgelaufene Saison

Eine besondere Saison der Weilburger Schlosskonzerte ging zu Ende. Trotz des wechselhaften Sommerwetters konnten fast alle Konzerte, die für den Renaissancehof geplant waren, auch dort stattfinden.
18. August 2021, 13:00 Uhr
Abendliche Stimmung bei einem Konzert im Schlosshof. Foto: Schlossfestspiele Weilburg

Intendant Stephan Schreckenberger zeigt sich zufrieden und auch ein wenig stolz über den Verlauf der Konzertsaison. »Wir waren eines der ersten Festivals, die in Deutschland nach so vielen Monaten der Musik-Abstinenz wieder starten konnten.«

Endlich wieder vor Publikum

Für viele Musiker und Musikerinnen ist es ein hochemotionaler Moment gewesen, wieder vor Publikum spielen zu dürfen. Der von allen Veranstaltern erwartete Publikumsansturm ist ausgeblieben, zu groß war offensichtlich die Verunsicherung. Aber das Hygienekonzept habe sich laut der Organisationen bewährt.

Eine große Hilfe ist für die Weilburger Schlosskonzerte das hessische Förderprogramm »Ins Freie!«. Die neue Bühnenüberdachung für den Renaissancehof ist ohne Zweifel ein Meilenstein in der Geschichte des Festivals. Jetzt haben Regenspritzer ihren Schrecken verloren und viele Konzerte, die früher zum Schutz der Instrumente auf jeden Fall nach drinnen verlegt werden mussten, können jetzt draußen stattfinden. Auch das ist in Corona-Zeiten ein wichtiger Sicherheitsaspekt und ein sehr gutes Vorzeichen für die kommende Jubiläumssaison.

Bis auf das Kinderkonzert haben alle Konzerte in diesem Jahr - trotz Corona-Kapriolen - stattfinden können. Aber ignorieren ließ sich die Pandemie nicht: So mussten Tine Thing und ihr Damen-Brass-Ensemble aus Norwegen ihre Tournee kurzfristig absagen, denn die Musikerinnen hätten anschließend in Quarantäne gemusst. Zwei Pianisten konnten aus dem gleichen Grund nicht anreisen, aber die geliebte »Mondscheinsonate« blieb dem Publikum erhalten. Ein anderes Orchester wurde vom Veranstalter ausgeladen, denn es hatten sich einzelne Ungeimpfte daraus geweigert, sich testen zu lassen.

Verzicht auf große Orchester

Auch auf große Orchester auf der Bühne hat Schreckenberger diesmal verzichten müssen, denn die Abstandsregeln galten auch auf der Bühne. Eine kammermusikalische Besetzung verlangt auch ein verändertes Repertoire. »Auf große Orchester freuen wir uns im nächsten Jahr. Dann werden die Weilburger Schlosskonzerte 50 Jahre alt und das soll natürlich gebührend gefeiert werden. Wenn alles klappt«, so Schreckenberger, »erwarten wir als eines der großen Orchester die Münchner Symphoniker mit Beethovens neunter Symphonie. Alles wird möglich, wenn alle Beteiligten an einem Strang ziehen«, so Schreckenbergs Bilanz: »Unsere Sponsoren sind alle bei uns geblieben, und das Land Hessen hat uns so wunderbar unterstützt. Und nicht zu vergessen mein Dank an alle Musiker, die sich bereit erklärt haben, zwei Konzerte für eine Gage zu spielen.«

Spendenaufruf im Herbst

Zur Sicherung der Finanzen soll es im Herbst wieder einen Spendenaufruf geben. »Corona fordert uns noch immer heraus«, so die Geschäftsführerin Miriam Kunz. »Aber mit der Solidarität unserer Freunde werden wir sicher durch diese schwierigen Zeiten kommen. Mein ganz persönlicher Dank gilt meinem wunderbaren Team, das unermüdlich und ohne Pause das Unmögliche möglich gemacht hat.«

Stephan Schreckenberger freut sich auf die Jubiläumssaison, in der er dem Publikum Besonderes bieten möchte. »Wenn sich noch mehr Menschen impfen lassen, werden wir großartige Wochen in unseren einzigartigen Spielstätten voller Musik erleben«.

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