24. März 2021, 13:00 Uhr

Gießen

Dritte Stufe des Breitbandausbaus startet

Rund 1.000 Haushalte und 100 Schulen in Stadt und Landkreis Gießen bekommen einen Glasfaseranschluss bis ins Gebäude gelegt.
24. März 2021, 13:00 Uhr
Start für die dritte Stufe des Breitbandausbaus: (v.r.) Landrätin Anita Schneider, Stefan Becker (Geschäftsführer der Breitband Gießen GmbH), Stadträtin Astrid Eibelshäuser und Andreas Mezker (Kreiskoordinator Breitband). Foto: Landkreis Gießen

»Damit schaffen wir ein weiteres, wichtiges Stück Infrastruktur, das zur Zukunftsfähigkeit des Landkreises beiträgt«, sagt Landrätin Anita Schneider. »Glasfaser bis ins Haus ermöglicht leistungsfähige Datenanbindungen, die in allen Bereichen des Alltags nötig sind - in erster Linie für Wirtschaft und Bildung. Im Rahmen der Ausschreibung haben wir den prioritären Ausbau für die Schulen erfolgreich verhandelt.«

Nachverdichtung der »weißen Flecken«

In den beiden vorherigen Breitband-Ausbaustufen wurden bereits 98 Prozent der Haushalte im Landkreis Gießen mit Anschlüssen an das schnelle Internet versorgt. In der Ausbaustufe 3 werden nun Schulen und öffentliche Gebäude mit Glasfaser bis ins Haus ausgestattet. Außerdem werden die »weißen Flecken« nachverdichtet - das heißt, zwei Prozent der Haushalte, die derzeit noch keinen Breitbandanschluss haben, werden ebenfalls angebunden. Dazu zählen Haushalte, die bislang für die digitale Datenübertragung weniger als 30 Mbit/s zur Verfügung hatten.

Die dritte Ausbaustufe erfolgt über einen Zeitraum von 48 Monaten in 17 Städten und Gemeinden im Kreisgebiet und in der Stadt Gießen. Der Zuschlag wird der Telekom erteilt.

Mit der Auftragsvergabe beginnt nun die konkrete Planung beider Ausbauphasen. Das beinhaltet die genaue Festlegung der Reihenfolge beim Ausbau in enger Abstimmung mit den Kommunen. Wieviel Breitband in den jeweiligen Ortschaften verlegt wird, haben die politischen Gremien in den Kommunen selbst beschlossen.

Anbindung der Schulen hat Priorität

In der ersten Ausbauphase liegt die Priorität nun auf der Anbindung der Schulen und besonders kritischer Anschlusspunkte. Begonnen wird der Ausbau an jeweils zehn Schulen in der Stadt und im Landkreis Gießen. Insgesamt stehen rund 100 Schulen aus kommunaler und freier Trägerschaft auf der Liste, die innerhalb von 24 Monaten schnelles Internet bis ins Klassenzimmer bekommen sollen.

Für Kreis-Schuldezernentin Dr. Christiane Schmahl und ihre Kollegin Astrid Eibelshäuser, Schuldezernentin der Stadt Gießen, ist dies eine wichtige Voraussetzung für die Nutzung digitaler Bildungsmöglichkeiten. »Die Corona-Pandemie und der damit verbundene Distanzunterricht haben gezeigt, wie wichtig leistungsfähige Datenanbindungen sind«, sagt Schmahl. Videokonferenzen werden nach Verlegung der Glasfaseranbindungen hoffentlich kein Problem mehr sein.«

Investition von rund 26 Millionen Euro

Nach der Anbindung der Schulen werden in den darauffolgenden 24 Monaten weitere öffentliche Einrichtungen wie Rathäuser, Feuerwehrhäuser sowie außenliegende Höfe und Gewerbestandorte an das schnelle Internet angeschlossen.

Insgesamt bringt der Breitbandausbau Investitionskosten von rund 26 Millionen Euro mit sich. Der Bund bezuschusst den Ausbau mit 50 Prozent der förderfähigen Kosten. Das hessische Digitalministerium mit Prof. Dr. Kristina Sinemus als Ministerin an der Spitze steht zu der finanziellen Unterstützung. Eine Förderung von bis zu 40 Prozent der förderfähigen Ausgaben ist entsprechend der Richtlinie möglich. Damit ist das Thema Breitband im Landkreis Gießen aber noch nicht zu Ende. Parallel zur Ausbaustufe 3 arbeitet der Landkreis an einem Masterplan, der die Ziele der hessischen Gigabitstrategie für den Kreis aufnimmt. Dazu gehören der flächendeckende Ausbau von Glasfaseranschlussnetzen für jeden Haushalt sowie die Weiterentwicklung der Mobilfunkinfrastruktur mit einem schrittweisen Ausbau der 5G-Netze.

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