03. Mai 2019, 15:00 Uhr

Marburg

Landkreis testet Trenching als innovative Methode

Neben moderner Technik bei der Datenübertragung kommt im Landkreis beim Verlegen der Glasfaserkabel testweise eine innovative Methode zum Einsatz: das Trenching.
03. Mai 2019, 15:00 Uhr
Trenching beschleunigt die Arbeiten: Das Fräsen des Mikro-Grabens, das Verlegen des Breitband-Kabels und das Verfüllen finden unmittelbar nacheinander statt. Foto: Landkreis

Die Breitband Marburg-Biedenkopf GmbH führte in Weimar-Wenkbach mit dem Landkreis, dem Ausbaupartner Telekom, der ausführenden Baufirma WirLiebenKabel und dem Breitbandbüro des Landes Hessen bei einer Demonstrationsveranstaltung Vertretern aus hessischen Kommunen diese Technik vor.

Schmaler Schlitz in Asphaltoberfläche

In der Medizin würde man von einem minimalinvasiven Eingriff sprechen. Das Wort Trenching leitet sich vom englischen Wort »trench« für Graben oder Einschnitt ab. Dabei wird ein nur 15 Zentimeter schmaler und rund 40 Zentimeter tiefer Schlitz in die Asphaltoberfläche des Bürgersteigs gefräst. In diesen Mikrograben wird dann das Glasfaserkabel gelegt. Der Graben wird im Anschluss wieder mit einer speziellen Verfüllmasse aufgefüllt. Zuvor wurde der Untergrund auf Ver- und Entsorgungsleitungen untersucht.

Das Verfahren ist deutlich schneller als herkömmliche Verfahren zum Verlegen von Glasfaserkabeln, beispielsweise mit einem Bagger. Auch ist die neue Technik kostengünstiger als andere Methoden. Das Trenching soll dort zum Einsatz kommen, wo es technisch sinnvoll und nötig sowie wirtschaftlich und zeitlich geboten ist, zum Beispiel auch beim Anschluss von Gewerbegebieten. Es bietet sich an, wenn auf Strecken von mindestens 200 Metern am Stück Glasfaserkabel verlegt werden sollen.

»Die Bauprojekte werden immer kleinteiliger, damit wird der Ausbau zeitaufwendiger und auch teurer. Dieser Entwicklung möchten wir entgegentreten, indem wir neue Wege zum Verlegen der Glasfaserkabel als Alternativen zur klassischen Baggervariante testen und unterstützen«, betonte Landrätin Kirsten Fründt.

»Trenching reduziert die Ausbauzeit und damit die Einschränkungen für Unternehmen und Anwohner durch Baustellen. Auch wird normalerweise kein ganzer Bürgersteig blockiert«, so Frank Bothe, Leiter der für den Ausbau zuständigen Technik-Niederlassung der Telekom. Ein Trenching-Graben kann im Gegensatz zu einem klassischen, mindestens doppelt so breiten Baggergraben, grundsätzlich überquert werden.«

Im Rahmen des 2018 begonnenen Erweiterungsprojekts zum Breitbandausbau im Landkreis sollen die verbliebenen »weißen Flecken« mit einer Downloadrate von unter 30 Mbit/s verschwinden sowie alle Schulen des Kreises und die mit unter 30 Mbit/s Downloadrate unterversorgten Gewerbestandorte mit Glasfaseranschlüssen ausgebaut werden. Dazu gehört auch das Gewerbegebiet im Weimarer Ortsteil Wenkbach, wo das neue Trenching-Verfahren aktuell getestet wird.

Schnelles Internet für alle

Mit dem Erweiterungsprojekt zum Breitbandausbau sollen bis 2020 die letzten unterversorgten Gebiete schnelles Internet erhalten. Dabei sollen nahezu alle noch unterversorgten Privathaushalte – kreisweit noch knapp 6.000 Anschlüsse – auf eine Downloadgeschwindigkeit von mindestens 30 Mbit/s verbessert werden. Davon werden mehr als 95 Prozent der Anschlüsse nach Abschluss des Projekts über Downloadgeschwindigkeiten von 50 Mbit/s und 80 Prozent sogar über 100 Mbit/s verfügen. Außerdem werden alle 75 Schulen des Kreises und mehr als 500 Gewerbestandorte im Landkreis mit direktem Glasfaseranschluss versorgt. Damit können Gigabit-Bandbreiten erreicht werden.

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