14. Dezember 2017, 11:00 Uhr

Wetzlar

Wo Hirn, Herz und Hände zusammenkommen

Seit zehn Jahren gibt es die Beratungsstelle für ältere Menschen und Angehörige. Eine Erfolgsgeschichte, die zeigt, wie gemeinsame Arbeit funktionieren kann.
14. Dezember 2017, 11:00 Uhr
Blick in die KulturStation während der Feierstunde. Foto: Caritasverband

Zu einer Feierstunde hatten Caritas und Diakonisches Werk geladen. Sie konnten in den Räumen der KulturStation rund 40 Gäste begrüßen, unter ihnen Vertreter von Stadt und Kreis, den Gemeinden sowie Netzwerkpartner und Weggefährtinnen.

Hendrik Clöer, Geschäftsführer des Caritasverbandes Wetzlar/Lahn-Dill-Eder, führte durch den Nachmittag; er bedankte sich in seiner Rede bei den Gründungsvätern und -müttern der Beratungsstelle. Diese war 2007 in gemeinsamer Kooperation von Caritas, Diakonie und dem Lahn-Dill-Kreis gegründet worden, die Beratungsgebiete unter den Trägern aufgeteilt. Die Diakonie berät ältere Menschen im Südkreis, der Caritasverband ist für die Ratsuchenden im Nordkreis zuständig. Stephan Aurand, Hauptamtlicher Kreisbeigeordneter, betonte in seinem Grußwort die Wichtigkeit der Beratungsstelle für die älteren Menschen im Lahn-Dill-Kreis und bedankte sich bei den Mitarbeiterinnen für die gute Arbeit. Er habe schon viele schwierige Situationen von älteren Menschen kennengelernt, so Aurand, und wisse, wie wichtig eine gute Beratung und Begleitung sei.

Arbeit soll fortgesetzt werden

Der Landkreis habe daher ein großes Interesse an der Fortsetzung der Arbeit und an der guten Zusammenarbeit mit Caritas und Diakonie. Auch Sigrid Kornmann, Wetzlarer Stadträtin, fand lobende Worte für die enge Zusammenarbeit. »Dass das in einem Miteinander und ohne Konkurrenz funktioniert, ist nicht selbstverständlich und sucht seinesgleichen«, so Kornmann. »Hier kommen Hirn, Herz und Hände zusammen.«

Anette Stoll von der Diakonie ist als Beraterin seit Anfang an dabei. Ihr Anspruch war es, eine Anlaufstelle zu schaffen, die Ratsuchenden dabei hilft, so lange wie möglich selbstständig leben zu können.

Die Beratung sei dabei immer neutral, kostenfrei und konfessionsunabhängig. Sie betonte die Wichtigkeit eines Netzwerkes und bedankte sich für die gute Zusammenarbeit zwischen den Diensten, Einrichtungen und der Beratungsstelle. Elke Schmidt von der Caritas berät in Dillenburg und informierte, dass im Laufe der Jahre die Anzahl der Anfragen stark zugenommen hat und dass insbesondere die gute Zusammenarbeit mit dem Pflegestützpunkt des Lahn-Dill-Kreises hier sehr hilfreich sei. »Gemeinsam haben wir verschiedene Schwerpunkte erarbeitet«, so Schmidt.

»Wir wenden uns an Personen ab 65 Jahren und beraten insbesondere zu den Bereichen Demenz und Wohnberatung. Außerdem begleiten wir die Angehörigen in schwierigen Pflegesituationen und beraten ältere Menschen, die noch nicht pflegebedürftig sind, aber dennoch Hilfe benötigen«, berichtete Schmidt aus ihrer Arbeit.

Mathias Rau, Geschäftsführer der Diakonie Lahn-Dill, betonte in seiner Rede die Notwendigkeit der Beratungsstelle und die Herausforderungen, mit denen alle Beteiligten durch finanzielle Einsparungen und sich verändernde Rahmenbedingungen umzugehen haben.

Der Anspruch sei, auch weiterhin ein qualifiziertes, kompetentes, bürgernahes, bedarfsgerechtes und menschenfreundliches Angebot zu machen und dabei keine Diskussionen um Doppelstrukturen führen zu müssen. »Das wird unser Zusammenleben im Lahn-Dill-Kreis positiv beeinflussen«, ist sich Rau sicher.

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