17. Dezember 2019, 11:00 Uhr

Herborn

Wie geht denn Glauben über das Internet?

Viele Menschen sind nicht mehr zwangsläufig in der Kirche. Daher sollte Kirche sich aufmachen und sie dort ansprechen, wo sie sich aufhalten.
17. Dezember 2019, 11:00 Uhr
Dekan Roland Jaeckle (l.), Karl Müßener und Präses Wolfgang Wörner (r.) konnten Jana Highholder (Mitte) zum Empfang im Herborner Schloss begrüßen. Für die Musik sorgte Propsteikantorin Petra Denker. Foto: Becker-von Wolff

Warum nicht also auch das Internet für die beste Botschaft der Welt nutzen? Die evangelische Kirche der Region feierte den Beginn des neuen Kirchenjahres. Mittlerweile zum 15. Neujahrsempfang der Evangelischen Dekanate und des Diakonischen Werkes an der Dill waren Vertreter aus Politik, Sozialwesen und der Wirtschaft zum Austausch in das Herborner Schloss eingeladen.

»Gottes Influencerin«

Impulsgeberin war Poetry-Slamerin Jana Highholder aus Münster. Für die musikalische Umrahmung sorgte Propsteikantorin Petra Denker. Sie spielte am Flügel unter anderem Variationen zu »Tochter Zion« und ließ den Knecht Ruprecht musikalisch poltern.

Jana Highholder ist »Gottes Influencerin«. So hat die Süddeutsche Zeitung sie einst schmunzelnd betitelt. »Mittlerweile sehe ich das als Ehrentitel an«, sagte die 21-jährige Medizinstudentin. Sie warb für das Nutzen neuer Medien in Kirche und Gesellschaft. Auch wenn sie den Ausdruck »neue Medien« nicht mehr hören möchte. Schließlich sei sie mit dem Internet groß geworden. Für sie sind das keine neuen Medien.

Vor der Kamera verständlich vom Glauben reden - auch damit hat sie kein Problem. Über 150 Filmbeiträge gibt es von ihr im Netz, 17.000 Menschen haben ihren Kanal »Jana glaubt« abonniert. Im Auftrag der Evangelischen Kirche (EKD) sowie des Gemeinschaftswerks der Evangelischen Publizistik (GeP) und der Evangelischen Jugend produziert sie in einem Kölner Studio Videobotschaften übers Christsein.

Poetry-Slam statt Predigt

»Ich bin der Produktionsfirma als christliche Poetry-Slamerin aufgefallen, weil ich seit Jahren meine Texte in christlichen Kreisen vortrage«, sagte Jana Highholder. Sie weiß, dass sie mit ihren Botschaften auch mal polarisiert. Das nimmt sie in Kauf, um Themen zu diskutieren.

Mittlerweile hat sie zwei theologische Berater an ihrer Seite, die sie bei den Aufnahmen begleiten. Aber sie mache das als Jana und möchte sich auch nicht verbiegen lassen.

Menschen begegnen, wo sie sind

Der Glaube sei ihr sehr wichtig, es gehöre zu ihrem Leben und sie möchte es nicht verschweigen. »Wenn wir auf Social Media alles finden, warum dann nicht die beste Nachricht der Welt?«, fragt sie und ermuntert zu Begegnungen mit den Menschen. »Gott lässt sich finden von Menschen - auch im Internet. Wenn Leute an einer Bushaltestelle Zeit haben, bis der Bus kommt, schauen die meisten doch auf ihr Smartphone.« Sie mache das auch. »Und dann bin ich eben da und erzähle auf den Plattformen im Netz vom Christsein.«

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