20. November 2019, 15:00 Uhr

Gießen

»Weltdiabetestag so wichtig wie der Klimagipfel«

Die von der Deutschen Diabetesgesellschaft (DDG) zertifizierte Fachabteilung »Diabetologie, Endokrinologie und Stoffwechsel« des St. Josefs Krankenhaus Balserische Stiftung besteht seit 2011.
20. November 2019, 15:00 Uhr
Chefarzt PD Dr. med. Klaus Ehlenz (Mitte) mit seinem Oberarzt-Team Dr. med. Christian Stapf und Dr. med. Tina Hoffmann. Foto: Jokba

Sie wird von Chefarzt und ärztlichem Direktor PD Dr. med. Klaus Ehlenz zusammen mit den Oberärzten Dr. med. Tina Hoffmann und Dr. med. Christian Stapf geleitet.

Zum Weltdiabetestag am 14. November fand Chefarzt Dr. Ehlenz klare Worte: »Der Weltdiabetestag ist so wichtig wie der Weltklimagipfel, wenn man sich den Tsunami Diabetes und die Zunahme der immer jünger werdenden Diabetespatienten vor Augen hält. Aktuell sind fast 10 Prozent der deutschen Bevölkerung an Diabetes erkrankt, bei den über 70-Jährigen fast 30 Prozent.

Zahl der Diabetes- Erkrankten wird steigen

Und die Zahl der an Diabetes Erkrankten wird in den nächsten Jahrzehnten noch weiter steigen, wenn wir als Gesellschaft nicht handeln: Hier ist jeder gefordert.

Der Weltdiabetestag soll alle aufwecken und daran denken lassen, dass jeder Diabetes bekommen kann und dass präventiv das Risiko reduziert werden kann. Lassen Sie sich deswegen früh von Ihrem Hausarzt oder einem Diabetologen beraten, wenn ein erhöhtes Risiko besteht.

Diabetes mellitus ist als Volkskrankheit eine Herausforderung für uns alle, insbesondere jedoch für das Gesundheitssystem. Die Deutsche Diabetesgesellschaft (DDG) hat schon seit Jahren von der Politik eine nationale Diabetesstrategie gefordert - hier hat sich leider noch nicht viel getan.

Vorbeugende Maßnahmen treffen

Die Bevölkerung kann jedoch selbst vieles in die Hand nehmen, indem sie sich auf präventive Maßnahmen einlässt: Jeder ist dabei gefordert, seinen Lifestyle zu ändern, um das Auftreten des Diabetes mellitus hinauszuschieben oder zu vermeiden. Auf den Punkt gebracht heißt das: Bewegung und gesunde Ernährung. Dies ist jedoch im hektischen Alltag, gerade im Berufsleben nicht so einfach umzusetzen. Aber mit vielen kleinen Schritten kann man dennoch viel erreichen. Ein Weg in die richtige Richtung ist die Lebensmittelkennzeichnung mit dem Nutriscore.

Leider ist es beim Diabetes mellitus Typ 2 immer noch so, dass man irgendwann Medikamente benötigt. Hier hat es große Fortschritte gegeben durch die Entwicklung neuer Medikamente zur Behandlung des Typ 2-Diabetes, die das Risiko für die Komplikationen im Herzkreislaufsystem wie Herzinfarkt und Herzschwäche und auch Nierenversagen deutlich reduzieren können.

Neue Insulinpumpen und neue Messtechniken

Auch im Bereich der Diabetestechnologie hat sich vieles getan. Es gibt neue Insulinpumpen und neue Messtechniken (Sensoren), die den Blutzucker kontinuierlich registrieren. Das Risiko für schwere Blutzuckerentgleisungen kann dadurch reduziert werden, vor allem für schwere Unterzuckerungen (Hypoglykämien), die selten auch einmal tödlich verlaufen können. Dies ist ein Fortschritt gerade für die Typ 1-Diabetiker, die ja immer auf Insulin angewiesen sind.

Zusammen mit den Hausärzten und den diabetologischen Schwerpunktpraxen, die den Hauptteil der medizinischen Versorgung im ambulanten Bereich bestreiten, ist die von der DDG zertifizierte Abteilung für Diabetologie des St. Josefs Krankenhaus Balserische Stiftung ein wichtiger Baustein in der Versorgung schwer erkrankter Diabetiker, insbesondere wenn z.B. ein Diabetisches Fußsyndrom vorliegt. Wenn bei der Betreuung von Diabetikern alle an einem Strang ziehen, kann viel erreicht werden: So könnte man Komplikationen verhindern oder reduzieren und die Lebensqualität erhalten und verbessern.«

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