21. Juni 2018, 11:00 Uhr

Marburg

»Symbolfigur für weltoffenen Sport«

Mit dem Marburger Leuchtfeuer ist Peter Fischer, Präsident von Eintracht Frankfurt, im Historischen Rathaussaal ausgezeichnet worden.
21. Juni 2018, 11:00 Uhr
Nach der Auszeichnung trug sich Preisträger Peter Fischer (2.v.r.) im Beisein von Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies (2.v.l.), Stadtverordnetenvorsteherin Marianne Wölk sowie Alt-Oberbürgermeister Egon Vaupel ins Goldene Buch der Stadt ein. Foto: Grähling, Stadt Marburg

Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies sowie Alt-Oberbürgermeister und Jurymitglied Egon Vaupel überreichten die Auszeichnung im Namen der Stadt und der Humanistischen Union. Damit würdigten sie Fischers entschiedenes Eintreten für Vielfalt und Respekt vor der Würde aller Menschen.

Bei Gegenwind standhaft geblieben

»Peter Fischer hat eine klare und eindeutige Haltung gegen Fremdenfeindlichkeit und Ausgrenzung eingenommen an einer Stelle, an der sich viele weggeduckt hätten. Damit ist er zu einer Symbolfigur für weltoffenen Sport geworden«, sagte Spies. Fischer bleibe auch bei starkem Gegenwind standhaft und mache damit Eintracht Frankfurt zu einem Vorbild für gesellschaftliches Verantwortungsbewusstsein.

»Nie wieder Faschismus!«, forderte Franz-Josef Hanke, Vorsitzender der Humanistischen Union, und bedankte sich bei Fischer dafür, dass er diese Haltung in den Sport hineintrage. Es seien insbesondere die Sportvereine, die sich vor Ort seit Jahren für Geflüchtete einsetzten und Sport gemeinsam lebten – ohne auf Herkunft oder Hautfarbe zu schauen. In ihrer Laudatio ging Monika Bunk, stellvertretende Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Marburg, auf die Geschichte der Eintracht ein, bei der jüdische Spieler während des Nationalsozialismus’ länger hätten spielen können als anderswo. Und auch bei der Neugründung nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs habe der Verein sich klar gegen Rassismus gestellt.

Gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit

Alt-Oberbürgermeister und Ehrenbürger Egon Vaupel sprach für die Jury: »Peter Fischer hat Gesicht gezeigt und in seinem Verein und damit auch weit darüber hinaus deutlich gemacht, dass Rassismus und Fremdenfeindlichkeit in unserer Gesellschaft nicht geduldet werden dürfen«, erklärte Vaupel. Er lobte das mutige Eintreten Fischers für eine weltoffene Gesellschaft – obwohl er dafür Anzeigen, Kritik und Schmähungen erdulden müsse.

Sich zu Wort melden

»Sie haben mich überrascht«, bekannte der Preisträger. Er wisse den Preis sehr zu würdigen, denn die Inhalte, für die er verliehen werde, hätten seine Sympathie. »Danke, dass Sie als Stadt Marburg diesen Preis auch politisch unterstützen«, sagte Peter Fischer. Er betonte, dass er stolz sei, dass viele Tausend Menschen wegen seiner Haltung Mitglied bei der Eintracht geworden seien.

Und er betonte: »Erinnerungskultur ist etwas, das in unserer DNA sein muss. Das müssen wir weitergeben und uns kümmern.« Fischer habe daheim mehrere Ordner voller Drohungen. »Aber es geht mir darum, Spuren zu hinterlassen und Dinge zu verändern. Ich erwarte, dass Menschen sich zu Wort melden«, schloss er.

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