10. Mai 2018, 11:00 Uhr

Marburg

Stadtschrift mit NS-Studie zu Kommunalpolitikern

In einer Studie der Philipps-Universität wurde die kommunale Selbstverwaltung im Dritten Reich sowie die NS-Belastung von Mandatsträgern nach 1945 untersucht.
10. Mai 2018, 11:00 Uhr
Die neue Stadtschrift zeigt auf dem Titelbild einen Aufmarsch vor dem Marburger Rathaus am 1. März 1935 zur Eingliederung des Saarlands. Foto: Stadt Marburg/Grähling

Die Studie ist nun als Marburger Stadtschrift zur Geschichte und Kultur im Rathaus-Verlag erschienen. Mit der Stadtschrift »Marburger Rathaus und Nationalsozialismus« liegt die erste systematische Erforschung des Nationalsozialismus’ vor, die explizit die Rolle der städtischen Gremien und Mandatsträger in den Mittelpunkt stellt. Das Stadtparlament hatte die Untersuchung in Auftrag gegeben.

Historiker haben sechs Jahrzehnte lokaler Geschichte aufgearbeitet – von 1930 bis 1989. So zeichnet die Studie den Aufstieg der NS-Herrschaft in Marburg sowie die Gleichschaltung der städtischen Selbstverwaltung im Sinne des »Führerprinzips« nach. Für die Zeit nach 1945 thematisiert die Studie die nationalsozialistische Belastung von Mandatsträgern der Marburger Stadtpolitik – zum Beispiel jene Wahlperiode in den 60er-Jahren, in denen jeder dritte Stadtverordnete eine Vergangenheit als NSDAP-Mitglied hatte.

»Es entspricht dem Anspruch einer Universitätsstadt, Aufklärung auch über die dunklen und verdrängten Jahre der Geschichte zu verlangen«, schreibt Stadtverordnetenvorsteherin Marianne Wölk in ihrem Vorwort zum Buch. Die Studie markiere eine neue Form der wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit dem NS-Regime und der Nachkriegszeit, so Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies. Zu wünschen sei, »dass sie dazu beiträgt, dass wir aus der Geschichte lernen – und gemeinsam verhindern, dass sie sich wiederholt«.

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