16. Februar 2020, 15:00 Uhr

Cölbe

»Rotes Wasser« soll renaturiert werden

Hessens Umweltministerin Priska Hinz hat bekannt gegeben, welche Bäche ins Programm der Landesregierung aufgenommen wurden.
16. Februar 2020, 15:00 Uhr
Das »Rote Wasser« (auch »die Bach« genannt) ist Teil der Förderung »100 Wilde Bäche« des Landes Hessen. Das Gewässer ist einer der Zuflüsse der Ohm. Hier ein Teilabschnitt zwischen Schönstadt und Bürgeln. Foto: Reichel

Eine Förderung zur Renaturierung steht somit auch dem »Roten Wasser« zu, welches aus dem Burgwald auch durch die Gemeinde Cölbe fließt und bei Bürgeln in die Ohm mündet. »Mit dem Programm ›100 Wilde Bäche‹ werden wir Gewässer aus ihrem Betonbett befreien und sie wieder in einen natürlichen Zustand versetzen. Die Bäche sollen wieder wild, natürlich und artenreich werden«, sagt Umweltministerin Hinz.

Sechs Bäche im Landkreis renaturieren

Diese Renaturierungsmaßnahmen betreffen nun 138 Kommunen hessenweit - zehn davon mit sechs Bächen im Landkreis Marburg-Biedenkopf. Konkret geht es um das »Hardwasser« (Neustadt), die »Allna« (Gladenbach, Marburg, Weimar), die »Asphe« (Münchhausen, Wetter), die »Dautphe« (Dautphetal, Gladenbach), den »Treisbach« (Biedenkopf, Wetter) und eben das »Rote Wasser« (Cölbe, Rauschenberg, Wetter).

Der Plan ist, dass durch Renaturierungen der Bäche für Tiere und Pflanzen im Wasser und am Ufer Lebensräume entstehen sollen. »Neben dem Erhalt der biologischen Vielfalt sorgen wir mit dem Programm auch für Klimaschutz und Klimaanpassung. Das Wasser wird wieder fließen und ein breites und unberührtes Ufer soll entstehen«, erklärt Priska Hinz.

»Wir werden das auf jeden Fall in Anspruch nehmen«, sagt Cölbes Bürgermeister Dr. Jens Ried. »Es steht außer Frage, dass bei einer Förderquote von 70 bis 95 Prozent dieses Geld genutzt wird. Das ›Rote Wasser‹ steht ohnehin auf der Agenda der Gemeinde, da hier der Hochwasserschutz angegangen werden muss«, erklärt Ried. Er müsse sich noch mit seinem Amtskollegen aus Rauschenberg absprechen, da der Bach eben auch über das Stadtgebiet (Bracht) fließt.

»Da das ›Rote Wasser‹ aber durch die Ortschaften Bürgeln und Schönstadt fließt, sind die Optionen beschränkt. Priorität hat, denke ich, der Wiesenbereich vor Schönstadt. Geklärt werden muss z.B., wie es sich mit der Mühle vor Schönstadt verhält - zumal der Bach sich hier kurzzeitig teilt - und, ob etwa eine Fischtreppe im Ortsdurchfluss Bürgeln auf Höhe der alten Mühle machbar ist«, erklärt Bürgermeister Ried. Bevor irgendetwas umgestaltet wird, wird sich die Gemeinde mit den betroffenen Anliegern abstimmen.

Von rund 500 Bächen in Hessen wurden 100 anhand fachlicher Kriterien (z.B.: verfügbare Flächen und vorhandene Planungen) ausgewählt. Es wurde auch darauf geachtet, dass diese Bäche gleichmäßig über die Landkreise verteilt und möglichst viele Kommunen beteiligt sind.

Bis zu 95 Prozent werden übernommen

Das Land unterstützt die Kommunen beim Flächenmanagement, der Projektsteuerung und -planung sowie bei der organisatorischen Abwicklung vom Förderantrag bis zur Bauabnahme. Außerdem werden bis zu 95 Prozent der Kosten vom Land übernommen.

Die Kommunen werden von einem vom Land beauftragten Dienstleister kontaktiert. Für die Renaturierungsmaßnahmen stehen für 2020 fünf Millionen Euro bereit. Bis alles wirklich in Gang kommt, müssen noch Details geklärt werden, wie etwa die Ausschreibung und auch der Aufwand der Maßnahmen. »Wichtig ist aber, den Antrag zur Förderung bereits jetzt in 2020 zu stellen. Die Gelder können dann später abgerufen werden«, sagt Bürgermeister Jens Ried abschließend. (sr)

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