Driedorf

Pfarrer Zlamal verlässt Driedorf am 1. April

Die gute Nachricht vorweg: Er will wieder kommen – als Gast zu Freunden. Der 36-jährige Pfarrer Michael Zlamal hat in Driedorf viele Freundschaften geknüpft.
03. März 2018, 15:00 Uhr
»Bye, bye Westerwald« – Pfarrer Michael Zlamal (36) verlässt Driedorf und wechselt in die Kirchengemeinde Obertshausen – in die Nähe seiner Familie. Foto: Becker-von Wolff

Acht Jahre lang war Zlamal in Driedorf als Pfarrer tätig. Doch nun wird Michael Zlamal im Gottesdienst am Ostersonntag (1. April) um 14 Uhr erst einmal verabschiedet. Im Anschluss an den Gottesdienst wird zu Kaffee und Kuchen ins Driedorfer Bürgerhaus eingeladen.

»Es ist ziemlich genau acht Jahre her, als ich mich am 25. März 2010 dem Kirchenvorstand vorgestellt habe«, erzählt Michael Zlamal. Wenige Wochen zuvor hatte ihn der frühere Propst Michael Karg angerufen und ihm mitgeteilt, dass er beabsichtige, ihn als Pfarrvikar in Driedorf einzusetzen.

WM-Spiel zum Einstieg

Und auch an den Tag der Ordination kann sich Zlamal gut erinnern: »Dieser Tag war einer der heißesten Tage 2010. Alle schwitzten und den herrlichen Torten der Feier bekam das gar nicht gut. Um ein Haar hätte Deutschland an diesem Tag im Finale der Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika gestanden, leider hatte es aber im Halbfinale gegen Spanien nicht geklappt.«

Pfarrer Michael Zlamal muss zugeben, die Umstellung von der Stadt aufs Land fiel ihm anfangs schwer: »Es waren vor allem die Menschen, die mich herzlich aufgenommen haben und die mir geholfen haben, hier heimisch zu werden. Viele sind für mich zu Freunden geworden und ich werde sie vermissen.«

Zurück zu den Wurzeln

Es sind persönliche Gründe, warum Michael Zlamal in seine alte Heimat zurückkehren will und in der Nähe seiner Eltern eine neue Pfarrstelle antreten wird. Die Zeit dazu scheint reif: »Die acht Jahre in Driedorf haben mir geholfen, mein eigenes Pfarrerbild zu entwickeln. Mir war es immer wichtig, den Kontakt zu den Menschen zu suchen, die an Sonntagen eher selten im Gottesdienst sind«, sagt Zlamal.

Auch der Kontakt zur Jugend lag ihm sehr am Herzen: »Kirche lebt davon, dass viele Gemeindeglieder das Gemeindeleben gestalten und ihre eigenen Ideen einbringen. Als Pfarrer muss man auch lernen, in den Hintergrund zu treten und Ehrenamtliche dabei unterstützen, mit ihren Gaben das Evangelium von Jesus Christus zu bezeugen und weiter zu sagen«, erklärt Zlamal.

Die evangelische Kindertagesstätte »Arche Noah« war einer seiner Arbeitsschwerpunkte: »Sowohl die Verwaltung als auch die Betreuung, der Kontakt zu den Erzieherinnen und Eltern waren eine große Bereicherung. Die Kindertagesstätte ist ein Juwel.«

Eins kann er sich aber nicht verkneifen: »Als Lutheraner war es manchmal nicht so leicht, mit den letzten Überbleibseln eines ehemals reformierten Kirchengebiets klar zu kommen. Jedoch habe ich für neue Formen viel Offenheit entgegengebracht bekommen.«

Schnee braucht er nicht

Und was wird er am wenigsten vermissen? »Den Schnee, den es im Westerwald in großen Mengen gibt«, sagt er lachend. »Ich habe mich in Driedorf sehr wohl gefühlt und hoffe auch sehr, dass der Kontakt nicht abreißen wird.«

Am Sonntag, 8. April, wird Michael Zlamal dann um 14 Uhr in der Evangelischen Waldkirche Obertshausen als Pfarrer des Pfarramts I eingeführt.

»Dort bin ich näher an meiner Familie. Die Kirchengemeinde in Obertshausen ist eine lebendige Gemeinde, in der sich viele Ehrenamtliche einbringen und die vorzügliche Jugendarbeit leistet. In gewisser Hinsicht schließt sich damit ein Kreis für mich und ich gehe mit einem lachenden und einem weinenden Auge auf meine neuen Aufgaben zu.«

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