20. Juni 2020, 11:00 Uhr

Dillenburg

Neue Pfarrerin für zwei Orte

Im Pfarrhaus Nanzenbach brennt wieder Licht: Pfarrerin Dr. Julia Désirée Weiß (32) ist für Nanzenbach und Niederscheld zuständig - das Landleben schreckt sie nicht ab.
20. Juni 2020, 11:00 Uhr
Die neu begonnene Kooperation der Kirchengemeinden Nanzenbach und Niederscheld möchte Pfarrerin Dr. Julia Désirée Weiß mitgestalten. Erstmal steht der Umzug ins Pfarrhaus Nanzenbach an. Foto: Becker-von Wolff

»Ich stamme aus Gladenbach-Weidenhausen, dort bin ich aufgewachsen und meine Eltern - ebenfalls ›aale Weirehäuser‹ - leben noch immer dort. Meine Jugend habe ich größtenteils in Marburg gelebt. Dort habe ich auch Abi gemacht.« Danach hat es sie nach Heidelberg verschlagen.

Eigentlicher Wunsch: Gymnasiallehrerin

»Zehn Jahre war ich insgesamt dort. Ursprünglich wollte ich Lehrerin werden, so habe ich die Fächer Latein, Evangelische Religion und Erziehungswissenschaften für das gymnasiale Lehramt studiert. Doch im Studium hat sich mein Berufswunsch dann gewandelt: Ich wollte Pfarrerin werden - das stand auf einmal unveränderlich fest«, berichtet Julia Désirée Weiß.

Ausschlaggebend war für Julia Weiß die Einbindung und Mitarbeit an der Evangelischen Universitätsgemeinde und nicht zuletzt die gute Betreuung an der Theologischen Fakultät in Heidelberg. »Mir ist immer intensiver bewusst geworden, dass der Pfarrdienst mit seinen Aufgaben- und Arbeitsfeldern die Vielfältigkeit bietet, die ich im schulischen Alltag vermisse. In Heidelberg habe ich auch meine Liebe zur Kirchengeschichte entdeckt und bekam die Möglichkeit, im Anschluss an mein erstes Staatsexamen eine Promotion im Fach Kirchengeschichte zu beginnen. Nach vier intensiven Jahren des Forschens wurde ich 2018 promoviert«, berichtet sie.

Erfahrungen auch im Wald gesammelt

Das Vikariat zog sie in den Westerwald nach Hachenburg. »Dort habe ich den Westerwald und die ›Wäller‹ lieben gelernt. Ich habe viele Erfahrungen in der Teamarbeit und der ökumenischen Zusammenarbeit sammeln dürfen«, erzählt Julia Désirée Weiß. Das Spezialvikariat führte sie zudem täglich in den Wald: Sie war beim Forstamt in Hachenburg (Landesforsten Rheinland-Pfalz) tätig. »Meine Liebe zum Wald und zur Natur haben mich diesen Weg gehen lassen und ich bin dankbar für die vielfältigen Erfahrungen und Eindrücke, die ich hier sammeln durfte«, sagt Weiß, »ich war einem festen Revier zugeordnet und begleitete und unterstützte den Revierförster bei der täglichen Arbeit. So habe ich viel Neues über den Wald und seine Entwicklung gelernt.«

Sie hat aber auch die Schattenseiten der aktuellen forstlichen Wirtschaft kennengelernt. Sei es die Problematik um den Borkenkäfer, der Zusammenbruch des Holzmarktes und die Auswirkungen des Klimawandels im Forst: »Ich habe miterlebt, wie gestandene Förster und Forstwirte vor den Trümmern jahrelanger Arbeit und Mühe stehen, und das hat mich tief bewegt.«

Voller Freude vor dem Start

Nun zieht sie in das Pfarrhaus Nanzenbach ein. »Ich freue mich auch auf die frisch begonnene pfarramtliche Kooperation der Kirchengemeinden Nanzenbach und Niederscheld«, sagt sie, die für beide Orte zuständig sein wird. »Für mich als junge Pfarrerin ist das eine Herausforderung, aber ich blicke sehr zuversichtlich und voller Freude auf den Start und hoffe auf wohlwollende Unterstützung.«

Sie möchte beide Orte mit ihren vielfältigen Möglichkeiten und so unterschiedlichen Begebenheiten erst einmal kennenlernen. »Ich selbst bin ein sehr aktiver Mensch, treibe gerne Sport und bin viel draußen in der Natur unterwegs. Hier finde ich Ruhe, Kraft und Motivation für meinen Alltag. So werden Sie mich sicher in Zukunft immer wieder zu Fuß unterwegs sehen: sei es, um den ›Schelder Wald‹ zu erkunden, sei es, um mir fußläufig einen Überblick über Nanzenbach oder Niederscheld zu machen.«

Als Pfarrerin ist es ihr ein Herzensanliegen zu entdecken, wie der christliche Glaube und die frohe Botschaft des Evangeliums sprachfähig werden für die Menschen. »Es braucht an jedem Ort andere und auch neue Formen von Kirche und Angeboten. Wir befinden uns als Kirche in einer spannenden Zeit des Umbruchs, die Herausforderungen bereithält, aber auch große Chancen bietet«, sagt die 32-jährige Pfarrerin. An ihrer neuen Aufgabe reizt sie besonders, diesen Fragen nach der Zukunft der Kirche mit den Menschen aus den Gemeinden gemeinsam auf unterschiedlichen Ebenen nachzugehen - in der Gemeindearbeit, aber auch in den Gremien auf Dekanatsebene.

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