12. Mai 2020, 13:00 Uhr

Wetzlar

Neubau wird 3,6 Millionen Euro teurer

Neue Berechnungen haben ergeben, dass sich die Kosten für den Neubau der Kreisverwaltung und des Parkhauses für die Mitarbeiter um rund 3,6 Millionen Euro erhöhen werden.
12. Mai 2020, 13:00 Uhr
So könnte das neue Erweiterungsgebäude der Kreisverwaltung inklusive des Parkhauses am Buderusplatz in Wetzlar später einmal aussehen. Grafik: Architekturbüro

Damit beträgt die Investitionssumme nun 16,1 statt der ursprünglich kalkulierten 12,5 Millionen Euro. Das Abriss- und Neubauprojekt wurde vom Kreistag bereits im November 2017 beschlossen. Nun wartet Landrat Wolfgang Schuster auf die Abstimmung des Kreistages am 18. Mai. »Der Bau des Parkhauses ist Teil eines Vertrages mit der Stadt Wetzlar, den wir zu erfüllen haben«, macht er deutlich. Der Kreisausschuss des Lahn-Dill-Kreises hat der Erhöhung der Kosten bereits einstimmig zugestimmt.

»Die Gründe der Kostenerhöhung waren in diesem Ausmaß nicht vorhersehbar. Natürlich muss darüber abgestimmt werden. Zeitdruck kommt zusätzlich durch die aktuelle Pandemie. Die Industrie erleidet derzeit massive Einbrüche. Die Corona-Krise wird auch das Bauhauptgewerbe erreichen«, betont der Landrat mit Blick auf die anstehenden Abrissarbeiten des Sparkassenrundbaus am Buderusplatz sowie des direkt angrenzenden alten Verwaltungsgebäudes am Karl-Kellner-Ring.

Das Parkhaus ist außerdem Teil eines Vertrages und Bestandteil der Baugenehmigung des Neubau-Gebäudes am Karl-Kellner-Ring, das im Dezember 2015 in Betrieb genommen wurde. Die Abrissgenehmigung für das alte, an den Sparkassenrundbau grenzende Verwaltungsgebäude, liegt vor.

Planungsänderungen sorgen für Erhöhung

Wesentliche Gründe der Kostenerhöhung sind notwendige Änderungen im Bereich der Gründung bzw. Fundamentierung, die allgemeine Kostenentwicklung im Baugewerbe sowie ergänzende erforderliche Maßnahmen zur Freianlagengestaltung und Nutzung einer Projektsteuerung. »Die Erhöhung der Kosten hat sich im Laufe der Planungsanpassungen abgezeichnet. Das gab Anlass, mehrere Planungsvarianten und verschiedene Optimierungsmöglichkeiten durchzuspielen. Letztendlich ist man bei einer Gesamtkostenberechnung von 16,1 Mio. Euro angelangt«, sagt Landrat Wolfgang Schuster.

Fundamente nur teilweise nutzbar

In der Machbarkeitsstudie ist man davon ausgegangen, dass die vorhandenen Fundamente weiterhin verwendet werden können. »Die mittlerweile durchgeführten Bodengrunduntersuchungen haben deutlich gemacht, dass nur Teile des Fundaments mit in die neuen Planungen einfließen können. Dabei geht es insbesondere um die Statik. Tragfähiger Baugrund ist laut Untersuchung erst in 13 bis 18 Metern Tiefe vorhanden«, erklärt Wolfgang Schuster. Dies erfordere eine komplett neue Gründung in Verbindung mit Arbeiten im sogenannten Spezialtiefbau. Das wiederum bringe weitere Herausforderungen mit sich: Das betroffene Grundstück wird unterirdisch vom Lahn-Dill-Verbindungskanal gequert.

Steigende Kosten im Baugewerbe

Außerdem hat sich die Kostensituation im Baugewerbe verändert. Seit der Machbarkeitsstudie ist es dort zu einer Steigerung der Baukosten von rund 20 bis 25 Prozent seit 2017 gekommen.

Die Machbarkeitsstudie hat die Gestaltung der Freianlagen noch nicht berücksichtigt. Diese Kosten fließen nun in die neuen Berechnungen ein. Hinzu kommen außerdem die Kosten für eine Projektsteuerung, um die Komplexität der gesamten Baumaßnahme durch eine zentrale Stelle koordinieren zu lassen.

Enge Zusammenarbeit von Kreis und Stadt

Der Sparkassenrundbau ist von besonderer städtebaulicher Bedeutung. »Die bisherigen und weiteren Planungen zum Neubau des Rundbaus liefen und laufen stets in enger Abstimmung mit der Stadt Wetzlar«, unterstreicht Wolfgang Schuster. Das Gesamtkonzept, bestehend aus dem Erweiterungsneubau als Rundbau sowie dem Neubau des angrenzenden Parkhauses, beinhaltet eine architektonisch einheitliche Bebauung in der Wetzlarer Innenstadt. »Der gesamte Neubau kann die stadtbildprägende Innenstadtlage um den Buderusplatz erheblich aufwerten«, fasst der Landrat zusammen.

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