01. Juli 2019, 11:00 Uhr

Herborn

»Lasst das Handy beim Autofahren aus der Hand!«

Eindringlich fiel der Appell zum Handy am Steuer aus, den Andreas Düding, Leiter des Regionalen Verkehrsdienstes Lahn-Dill der Polizei, richtete.
01. Juli 2019, 11:00 Uhr
»Die Aktion BOB lebt von der Gruppendynamik«, zeigte Andreas Düding, Leiter des Regionalen Verkehrsdienstes der Polizei (r.), während des Workshops. Foto: Joachim Spahn

Düding sowie seine Kollegen Sascha Schwenk und Frauke Lindauer hatten sich mit rund 150 Jugendlichen des Herborner Johanneum-Gymnasiums zur sechsten Auflage der »BOB-Workshops« im AWO-Mehrgenerationenhaus getroffen.

Smartphones halten Polizei in Atem

Andreas Düding berichtete, dass »das Thema Handys für die Polizei bis vor drei Jahren kein Thema« gewesen sei. Mittlerweile jedoch stelle man fest, dass die Ablenkung durch die Nutzung von Smartphones beim Fahren und die daraus resultierenden oftmals schweren Unfälle die Gesetzeshüter »mittlerweile doch sehr in Atem halten. Diese Handy-Geschichte wird enorm verharmlost. Daher haben wir sie in die Workshops mit aufgenommen.«

Ziel der »Aktion BOB« der Polizei Mittelhessen sind junge Fahranfänger zwischen 18 und 24 Jahren. Eine Personengruppe, die überproportional häufig an Verkehrsunfällen mit schlimmem Ausgang beteiligt ist. BOB ist keine Abkürzung, sondern der Name der Person, die nach Absprache keinen Alkohol trinkt - und sich und ihre Mitfahrer sicher nach Hause bringt.

Laut Statistik wird jeder vierte Unfall, bei dem Menschen zu Schaden kommen, von 18- bis 24-jährigen Verkehrsteilnehmern verursacht. Bei den Karambolagen, die sich unter Alkoholeinfluss ereignen, liegt die Beteiligung dieser Personengruppe sogar bei mehr als 30 Prozent.

»Unfälle, die sich durch Alkohol- und Drogeneinfluss ereignen, sind zu verhindern«, zeigte Düding auf. Die Polizei habe die Aktion vor 12 Jahren nicht gestartet, um jungen Leuten den Spaß am Feiern zu nehmen. »Haben Sie Spaß«, so der Appell des Verkehrsdienst-Leiters. »Die Aktion BOB lebt von der Gruppendynamik«, sagte der Experte. »Daher lassen Sie das mit dem Alkohol einfach sein, wenn Sie sich ans Steuer setzen.«

65 Prozent weniger Crashs

Auf den Straßen in Mittelhessen wurde seit dem Start der »Aktion BOB« ein signifikanter Rückgang der Unfälle registriert, bei denen Alkohol im Spiel war. »Wir sind auf einem guten Weg«, resümierte Düding zufrieden. Die Menge der unter Alkohol- und Drogeneinfluss verursachten Karambolagen sei »um 65 Prozent zurückgegangen«.

Mehr Drogenkonsum

Neben der zunehmenden Nutzung von Handys beim Autofahren hat der Verkehrsdienst auch beobachtet, dass Vergehen »im Drogenbereich rapide zugenommen« haben. »Es wird gekifft auf Teufel komm raus«, erklärte der Fachmann alarmiert. Seine Mahnung an die Elftklässler des Johanneum-Gymnasiums: »Wenn ich wegen eines Vergehens im Drogenbereich meinen Führerschein verloren habe, habe ich ein echtes Problem.« Habe man zum Beispiel »unter Drogeneinfluss einen anderen zu Tode gebracht«, könne man »das nie wiedergutmachen«.

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