21. Juni 2018, 15:00 Uhr

Herborn

»Es wird gekifft auf Teufel komm raus!«

»Lasst während der Fahrt das Handy aus der Hand!« Diesen Ratschlag gab Andreas Düding den rund 180 jungen Erwachsenen mit auf den Weg.
21. Juni 2018, 15:00 Uhr
Andreas Düding, Leiter des Regionalen Verkehrsdienstes der heimischen Polizei (r.), stellte den Schülern des Johanneum-Gymnasiums die Ziele und Inhalte der »Aktion BOB« vor. Foto: Spahn

Den 16- bis 18-jährigen Schülern des Johanneum-Gymnasiums stellte Düding, Leiter des Regionalen Verkehrsdienstes der Polizei, in drei Workshops die »Aktion BOB – kein Alkohol am Steuer« vor, die seit 2007 ein großer Erfolg ist.

70 Prozent weniger Unfälle

Andreas Düding erläuterte im AWO-Mehrgenerationenhaus, dass die Initiative in vier mittelhessischen Kreisen ins Leben gerufen worden sei, um die hohe Zahl schwerer Verkehrsunfälle zu senken, an denen damals 18- bis 24-jährige Fahranfänger beteiligt waren. »Wir haben seitdem einen Riesenerfolg. Die Unfälle mit dieser Personengruppe sind um 70 Prozent zurückgegangen«, berichtet Düding.

Der »Chef« des Regionalen Verkehrsdienstes erklärte, dass »die Aktion BOB vor allem von der Gruppendynamik und der Emotionalität lebt«. Sein Appell daher: »Der, der eine Gruppe Gleichaltriger zu einer Feier oder in die Disco fährt, muss nüchtern bleiben. Für die Freunde, die mit im Auto sitzen, hat man eine besondere Verantwortung.«

Während der jeweils eineinhalbstündigen Workshops (gemeinsam angeboten von Polizei, Mehrgenerationenhaus und Johanneum-Gymnasium), die von der verantwortlichen Pädagogin Urte Jensen vorbereitet wurden, machte der Fachmann vor allem auf die drastischen Konsequenzen aufmerksam.

Drogen-Konsum ist aktuelles Problem

Bis zur Vollendung des 21. Lebensjahrs gelte für junge Erwachsene immer die 0,0-Promille-Grenze, mahnte Düding. Während die Polizei bei der Überwachung des Verkehrsgeschehens in den vier Kreisen Lahn-Dill, Gießen, Marburg-Biedenkopf und Wetterau festgestellt habe, dass Alkohol am Steuer immer seltener werde, gelte das für den Drogen-Konsum leider nicht.

»Es wird gekifft auf Teufel komm raus«, so die Erfahrungen des Ordnungshüters. Fahrzeuglenker, die Drogen genommen hätten und von der Polizei ertappt würden, hätten schon ein Riesen-Problem. »In diesem Fall ist der Führerschein erst einmal weg – sehr lange«, erklärt Andreas Düding.

Auch würden immer mehr junge Leute erwischt, die während der Fahrt telefonieren und so vom Straßenverkehr abgelenkt würden. Dies werde nun auch regelmäßig in den Workshops thematisiert. »Handy am Steuer – das ist ein großes Thema geworden. Wer mit dem Mobiltelefon in der Hand während der Fahrt erwischt wird, muss mit einem Punkt und 100 Euro Strafe rechnen. Fahranfänger müssten zudem zu einer Nachschulung, die noch einmal mehrere Hundert Euro kostet«, sagt der Experte.

Alle Infos zu der Aktion BOB gibt es im Internet unter www.aktion-bob.de.

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