27. Oktober 2019, 15:00 Uhr

Wetzlar

Kunstrasen im Stadtmuseum

Die Ausstellung über die Geschichte des Wetzlarer Stadions unter dem Titel »Eine Pflegestätte echten Sportgeistes« betritt Neuland - so etwas hat es im Stadtmuseum noch nicht gegeben.
27. Oktober 2019, 15:00 Uhr
Sprinter Andreas Hein stellte seine Laufschuhe aus den 90er-Jahren zur Verfügung. Foto: Stadt Wetzlar

Kunstrasen liegt auf dem Boden, an der Wand hängen Sportschuhe und eine Footballausrüstung zum Anprobieren. Die Ausstellung ist die erste Schau, die aus der sogenannten Objektsprechstunde hervorgegangen ist, bei der Bürger historisch interessante Gegenstände im Museum abgeben können. Als Ausstellungsmacher Martin Beer 2017 dort der Bug eines Ruderbootes angeboten wurde, kam ihm die Idee, eine Ausstellung zur Geschichte der »Sportstadt« Wetzlar zusammenzustellen.

Geschichte anschaulich präsentiert

Dabei hat man sich zunächst auf das 1948 eröffnete Stadion am Karl-Kellner-Ring konzentriert, doch später sollen weitere Sportstätten im Fokus stehen, wie die Wetzlarer Badeanstalten.

Die Geschichte des Stadions wird in der Schau anschaulich und handgreiflich dargestellt. Neben Sportgeräten, Dokumenten und Infotafeln gibt es Kurzvideos und Originaltonaufnahmen.

Auch die Vorläufer des Stadions wie die »Spilburg-Kampfbahn« werden erwähnt, zudem die Geschichte des Stadiongeländes als Ostarbeiterlager während des Zweiten Weltkriegs. Kulturdezernent Jörg Kratkey nannte das Stadion »einen Ort herausragender Sportveranstaltungen, aber auch tragischer Niederlagen«. Manche Sportart, wie Feldhandball, sei inzwischen verschwunden, andere, wie American Football, dazugekommen. Er selbst habe als junger Mann im Stadion bei der Leichtathletik trainiert.

Der Aufruf, Exponate aus der Geschichte des Stadions zur Verfügung zu stellen, stieß auf ein großes Echo. Viele Bürger meldeten sich, mehr als 100 Leihgaben gingen ein. Museumsleiterin Anja Eichler sagte, dass es eine so intensive Kooperation des Museums mit örtlichen Leihgebern noch nicht gegeben habe.

Dass die Schau auf großes Interesse nicht nur bei Sportinteressierten stößt, zeigten auch die mehr als 50 Besucher bei der Eröffnung. Der Titel der Ausstellung »Eine Pflegestätte echten Sportgeistes« ist übrigens einem Zitat des damaligen Wetzlarer Bürgermeisters Otto Wilhelm Hager bei der Eröffnung am 10. Oktober 1948 entnommen. Ausstellungsmacher waren neben Beer die Marburger Historiker Kirsten Hauer und Friedhelm Krause.

Noch bis zum 1. März geöffnet

Die Ausstellung ist bis zum 1. März 2020 im Stadtmuseum in der Lottestraße 8 zu besichtigen (dienstags bis sonntags 11 bis 16 Uhr). Der Eintritt ist frei, es gilt das Prinzip »Zahle, so viel du willst«. Dazu gibt es ein Rahmenprogramm mit Führungen, Workshops und Vorträgen.

Auch ein »Sportlerstammtisch« ist geplant, bei dem Wetzlarer Sportler ähnlich wie bei den Erzählcafés Geschichten rund um den Sport erzählen.

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