04. Oktober 2019, 11:00 Uhr

Eschenburg

Klare Sicht für Holderbergschüler

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung unterstützt die Holderbergschule bei der Suchtprävention. Über 300 Jugendliche setzten sich mit Alkohol- und Nikotin auseinander.
04. Oktober 2019, 11:00 Uhr
Mit der »Drunkbuster«-Brille erlebten die Jugendlichen, wie es sich mit 1,5 Promille anfühlt. Foto: Holderbergschule

An drei Tagen gastierte das Team des KlarSicht-Mobils an der Holderbergschule. Dabei bekamen Schüler Einblicke in Risiken und Folgen von Alkohol und Nikotin. Sechs Moderatoren des KlarSicht-Mobils wurden dabei von Kräften der Schule für Erziehungshilfe, der Sozialarbeit der Holderbergschule und von einer Fachkraft der Klinik Eschenburg (Bianca Werner), die sich auf die Behandlung von Suchterkrankungen spezialisiert hat, unterstützt.

Mitmachen und Mitreden

An fünf Stationen konnten die Schüler des 7., 8. und 9. Schuljahres Schwerpunkte austesten. In Gesprächen und Diskussionen wurde dann auf Fragen und Interessen der Kinder eingegangen.

An der Station »DrehBar« ging es zum Beispiel um die Wirkung von Alkohol im Körper und den Alkoholgehalt von verschiedenen Getränken. An einer weiteren Station konnte man mit einer »Drunkbuster«-Brille und einem Parcours testen, wie sich 1,5 Promille Alkohol im Blut anfühlen und welche Auswirkungen diese auf das Sehvermögen und die Reaktion haben.

Irreführung und falsche Versprechen

Werbeversprechen wurden in der Station »Images« thematisiert. Die Schüler stellten fest, dass in der Alkoholwerbung Produkte meist mit Gefühlen wie »Freiheit« und »Geselligkeit« verknüpft werden. Sie entlarvten diese Versprechen und fertigten eigene Werbungen an.

In der darauffolgenden Station wurde der Tabakkonsum angesprochen. Man bekam einen Eindruck von den entstehenden Kosten und Folgen einer Nikotinsucht.

Auch die Gefahr von Shishas und E-Zigaretten kam zur Sprache - gerade bei Jugendlichen sind diese in den letzten Jahren sehr interessant geworden, ohne dass die Jugendlichen sich über die zum Teil größere Gefahr bewusst sind.

Nachbereitung ist wichtig

Im Unterricht werden die Inhalte des Parcours auch weiterhin Beachtung finden. Die Holderbergschule setzt die verschiedenen Stationen von KlarSicht schon seit vielen Jahren im Rahmen des Unterrichts ein.

Das Netzwerk Jugend Eschenburg und Dietzhölztal, mit der Unterstützung der Bürgermeisters Andreas Thomas und Götz Konrad, bildet dabei einen Baustein. Dazu kommen individuelle Beratungen von Schülern, die Suchtmittel konsumieren. Auch die Zusammenarbeit mit der Klinik Eschenburg verspricht viele Möglichkeiten: Die Jugendlichen können dort in Gesprächen mit Betroffenen lernen, die auf dem Weg sind, ihre Sucht zu bewältigen.

Dieser Kontakt kann helfen, die Suchtgefahren frühzeitig zu erkennen und einen kritischeren Umgang mit Suchtmitteln zu praktizieren. Andreas Huttel - Lehrer an der Holderbergschule - bemerkte treffend: »Wenn jetzt nur ein einziger Schüler die Finger von den Zigaretten lässt, war die Aktion schon ein Erfolg.«

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