10. November 2019, 11:00 Uhr

Wetzlar

Initiative rügt Pläne zu B49-Hochstraße

Klar ist, dass die B49-Hochstraße quer durch Wetzlar baufällig ist und abgerissen werden muss. Nicht so klar ist, welche Alternative stattdessen gebaut wird.
10. November 2019, 11:00 Uhr
Laut Bürgerinitiative »Hochstraße B49« würde die besagte Hochstraße gar nicht komplett rückgebaut. Lediglich die eingezeichneten 600 Meter würden wegfallen. Foto: BI Hochstraße B49

Eine Entscheidung darüber soll noch in diesem Jahr vom Bundesverkehrsministerium getroffen werden. Für die Bürgerinitiative (BI) »Hochstraße B49« steht jedenfalls fest, dass als einzig sinnvolle Lösung ein Neubau der Trasse mit der aktuellen Streckenführung ist. Im Gegensatz zu den Stadtverordneten - denn hier wird eine Tunnellösung (zwei Kilometer lang) favorisiert, die eine neue Trasse um Dalheim herum bedeuten würde. Alternativ dazu könnte auf einer Strecke von sieben Kilomtern eine Route vorbei an Altenberg mit Anschluss an die A480 gebaut werden.

Keine bessere Lösung

All dies ist für die BI keine Alternative - und das haben die Mitglieder auch in einem offenen Brief an Oberbürgermeister Manfred Wagner und an den Staatssekretär in Berlin, an Hessen Mobil sowie an die Mitglieder des Bundestages von FDP, SPD und CDU mitgeteilt.

Als eines der Hauptgegenargumente gegen einen Neubau der Hochstraße wird aufgeführt, dass eine neu zu errichtende Hochstraße durch Wetzlar wegen des geforderten Querschnitts von mehr als 33 Metern keinen Platz hätte. »Wir schlagen hier Sonderlösungen vor, wie sie in Bayern und Rheinland-Pfalz angewendet wurden. Es ist für uns als BI in höchstem Maße nicht einsichtig, dass gerade im Bereich Wetzlar Platz-Argumente durchgesetzt werden sollen, die außerhalb der Region Wetzlar gänzlich anders bewertet werden«, so die Mitglieder der Initiative.

Auch die Argumente von Hessen Mobil, dass eine neue Hochstraße nicht in die vorhandene Streckenführung passen würde, sieht die Bürgerinitiative anders: »Andere Bau-weisen wurden nach unserer Kenntnis gar nicht geprüft und die vorgestellte findet bei überregionalen und Fernautobahnen Anwendung - was die B49 ja nicht ist. Uns liegt eine Expertise vor, die einen Querschnitt vorschlägt, der explizit für Stadtautobahnen vorgesehen ist. Warum wird dieser Sachverhalt nicht nochmals geprüft?«

Die Hochstraße würde auch gar nicht komplett verschwinden. »Nur circa 600 Meter verlaufen dann ebenerdig. Das äußere Erscheinungsbild ändert sich nur in kleinen Bereichen.«

Mehr Verkehr nach Wetzlar rein?

Auch die Verkehrsschätzung von Hessen Mobil ist für die BI nicht nachvollziehbar. »Würde die Hochstraße abgerissen und durch eine einspurige Variante als Zufahrt in die Stadtmitte ersetzt, wäre deren Kapazität für das Verkehrsaufkommen weit zu gering. Nach unserem Dafürhalten wäre eine zweispurige Fahrbahn notwendig, die in etwa der bestehenden Hochstraße gleicht«, schreibt die BI.

Erhöhtes Staurisiko wäre ebenso die Folge, wie auch erhöhte Umweltbelastung durch CO2 und Feinstaub - auch durch eine mögliche Umfahrung von sieben Kilometern Länge würde es zu mehr Belastungen kommen. Hinzu kommt, dass es sich bei den betroffenen Flächen der alternativen Trassen um äußerst ertragreiche Böden handelt, die den Landwirten nicht weiter zur Verfügung stünden.

»Der Rahmenplan der Stadt Wetzlar sagt aus, dass die betroffenen Gebiete die Lunge Wetzlars und besonders schützenswert wären. Es ist daher unverständlich, dass die Stadt Wetzlar dieses Gebiet als Alternative zur Hochstraße favorisiert und damit den eigenen Angaben widerspricht«, sagen die Mitglieder der BI.

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