08. Mai 2018, 11:00 Uhr

Marburg

Gesundheitsförderung betrifft viele Bereiche

»Gemeinsam für Gesundheit und Lebensqualität« ist der Titel des ersten Präventionsplans für den Kreis und die Stadt Marburg.
08. Mai 2018, 11:00 Uhr
Neben den bisherigen und künftigen Schritten des Präventionsplans stand das Thema Resilienzförderung in verschiedenen Lebensphasen auf der Tagesordnung der Präventionskonferenz. Foto: Landkreis

Die bisherigen und künftigen Schritte des Präventionsplans standen im Mittelpunkt des zweiten Treffens. Ziel der Konferenz im Landratsamt war es, die unterschiedlichen Träger von gesundheitsfördernden Projekten umfassend über den aktuellen Stand bei der Umsetzung des Präventionsplans zu informieren, der von der Techniker Krankenkasse finanziert wird.

»Mit dem Präventionsplan verdeutlichen wir, dass Gesundheitsförderung und Prävention ein Querschnittsthema darstellt und nicht nur der Gesundheitssektor gefordert ist«, sagte Landrätin Kirsten Fründt.

Großer Bedarf an Förderung

Damit verfolgten die Akteure auch das Ziel, die gesundheitlichen Chancen der Einwohner im Kreis zu verbessern. »Mit dem gewählten Ansatz sind wir auch Vorreiter für andere Kommunen und Landkreise«, sagte die Landrätin.

»Es gibt einen großen Bedarf an mehr Gesundheitsförderung und Prävention«, berichtet Marburgs Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies. »Das bestätigen auch die unterschiedlichen Akteure in unserem Netzwerk – insbesondere in den drei Arbeitskreisen ›Gesund aufwachsen – Gesund bleiben – Gesund altern‹«, sagt Spies. »Wir wollen damit möglichst allen Menschen Zugang zu gesundheitsfördernden Lebensverhältnissen und gesunden Lebensstilen ermöglichen.«

»Um uns entsprechend der ermittelten Bedarfe aufstellen zu können, werden die drei Arbeitskreise für jede Lebensphase drei Ziele für unseren Landkreis und die Stadt Marburg aufstellen«, ergänzte Dr. Birgit Wollenberg, die Leiterin des Gesundheitsamtes.

»Wir haben mit Unterstützung der Techniker Krankenkasse bereits damit begonnen, erste Konzepte zu entwickeln«, berichten Rolf Reul von der Geschäftsstelle Initiative »Gesundheit fördern – Versorgung stärken« und Susanne Hofmann, Leiterin des Fachdienstes Gesunde Stadt Marburg.

Kirchhain startet mit Altenhilfeplan

Der Präventionsplan sieht auch vor, dass in den Gemeinden und Städten die Themen Gesundheitsförderung und Prävention langfristig verankert werden. So ist bereits mit der Stadt Kirchhain abgesprochen, dass ein Gesundheitsbaustein für den geplanten Altenhilfeplan entwickelt wird.

Zur Stärkung der Gesundheitsförderung in Familienzentren bestehen bereits Kontakte zu den Familienzentren in Neustadt und Dautphe. In Neustadt wird ein gesundheitsförderndes Konzept entwickelt und umgesetzt, das sich an junge Familien und insbesondere an Alleinerziehende richten soll.

Mit der Praxis GmbH in Marburg wurde ein Gesundheitsprojekt für langzeitarbeitslose Männer zwischen 25 und 35 Jahren vorbereitet, welches im Laufe des Jahres umgesetzt werden soll. Hauptaspekte: Bewegungsförderung und gesundes Essverhalten.

Trinkbrunnen an Grundschulen

Ebenso werden sechs weitere Trinkbrunnen an Grundschulen des Landkreises installiert. So soll das Trinkverhalten der Kinder positiv gefördert werden. Der erste Trinkbrunnen ist gerade an der Grundschule in Amönau in Betrieb genommen worden.

Prof. Dr. Uta Meier-Gräwe (Justus-Liebig-Universität Gießen) informierte die rund 80 Teilnehmer umfassend zum Thema »Resilienzförderung«. Resilienz ist eine erworbene Widerstandsfähigkeit, die vor inneren und äußeren Belastungen im Alltag schützt. Dazu gehören Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen, ein stabiles familiäres Umfeld und die Vernetzung in soziale Strukturen. Einrichtungen wie Familienzentren können zur Verbesserung der Bildungs- und Gesundheitschancen ebenfalls zur Resilienzförderung beitragen. Nina Martin informierte darüber, wie die Techniker Krankenkasse die Umsetzung des Präventionsplans fördert.

Zudem stellte Prof. Dr. Max Geraedts vom Fachbereich Medizin der Philipps-Universität Marburg erste Ergebnisse zum Handlungsbedarf in der Gesundheitsförderung und Prävention vor.

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