10. Oktober 2018, 11:08 Uhr

Haiger

»Ertrunken«, aber nicht verloren

Beim »Jahrhundert-Hochwasser« 2002 wurde der Bauernhof der gebürtigen Haigererin Sigrid Müller-Stahl an der Elbe überschwemmt. Viele Negative und Dias der Hobbyfotografin »ertranken«.
10. Oktober 2018, 11:08 Uhr
Sigrid Müller-Stahl, ihr Mann Reinhard und Haigers Bürgermeister Mario Schramm (l.) betrachten die Kreationen der »Haigerer Stadtansichten«. Foto: Stadt Haiger

Sigrid Müller-Stahl, die mit Ehemann Reinhard in Greifenstein lebt, ließ sich nicht beirren. Sie machte ein paar Abzüge von den zerstörten Dia-Positiven und stellte fest, dass diese durchaus Kunst-Potenzial hatten.

Analoge und digitale Techniken

Mit Computer und Pinsel rückte sie den Abzügen zu Leibe und es entstanden Kunstwerke, die bekannte Haigerer Wahrzeichen – von der Wacht über das Haus Fischbach und die historische Stadtkirche bis zum Café Steinseifer – in völlig neuem Licht erscheinen lassen.

»Das ist nicht Hundertwasser, sondern Wunderwasser«, scherzte die Künstlerin, als sie mit Bürgermeister Mario Schramm und Fachdienstleiter Andreas Rompf die Ausstellung »Haigerer Stadtansichten« eröffnete. In der Tat sind es die Farbverläufe, die die zufällig verfremdeten Fotos zu sehenswerten Unikaten werden lassen. »Diese Dias hätte man nie wegwerfen dürfen – das passt prima zum ›Tag der Nachhaltigkeit‹«, befand Andreas Rompf, und Bürgermeister Mario Schramm dankte fder Künstlerin für ihr Engagement.

Gerettete Fotos

»Es freut mich sehr, dass Sie die Bilder gerettet haben. Sie zeigen unsere schöne Stadt mal etwas anders, aber dennoch aus einer sehr liebenswerten Perspektive«, erklärte der Rathaus-Chef. »Ich bin total stolz und froh, dass diese Ausstellung zustande gekommen ist«, sagte die in der Oberstadt im »Haus Leng« geborene Künstlerin, die in Literaturwissenschaften promoviert hat und sich seit vielen Jahren mit Malerei und Fotografie beschäftigt. Sie hat bereits in Berlin und anderen Städten ausgestellt. »Aber Haiger ist meine Heimatstadt und deshalb ist diese Ausstellung etwas ganz Besonderes für mich.« Neben der Malerei hat die gebürtige Haigererin, die seit einem Jahr Rentnerin ist, das Buch »Fünf Wätze und drei Muckelcher« über »Haigerseelbach vor 200 Jahren« veröffentlicht.

Die Ausstellung ist noch einige Wochen zu den Öffnungszeiten der Verwaltung im Erdgeschoss des Haigerer Rathauses zu sehen. Wer Interesse an einem Abzug der Fotos hat, kann sich zudem mit dem Kulturamt (E-Mail: kulturamt@haiger.de, Telefon 02773-811166, in Verbindung setzen.

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