21. Mai 2019, 11:48 Uhr

Marburg

Erhebliche Schäden durch Sturm und Trockenheit

Auch wenn es in den vergangenen Wochen den einen oder anderen heftigen Regenschauer gegeben hat: Für den Wald bedeutet dies keinesfalls Entwarnung.
21. Mai 2019, 11:48 Uhr
Heinrich Breitstadt (links) schaut sich mit Forstassessor Achim Daubert Waldschäden an. Foto: privat

Die widrigen klimatischen Verhältnisse des vergangenen Jahres hinterließen deutliche Spuren. »Sturm und Trockenheit haben im Jahr 2018 große Schäden in unseren Wäldern angerichtet. Die Auswirkungen werden zum Teil heute erst sichtbar«, bilanziert Heinrich Breitstadt, Vorsitzender der Kreisgruppe Marburg der hessischen Waldbesitzer.

Darüber hinaus halte die Trockenheit in diesem Frühjahr weiter an, bemerkt Breitstadt und rechnet vor, den Böden fehlten durchschnittlich 260 Millimeter Wasser pro Quadratmeter. Das sei ein Drittel weniger als in normalen Jahren. »Die Wälder stehen nach wie vor unter großem Wasserstress und sind anfällig für Schadorganismen.«

Borkenkäferplage bei Fichten und Lärchen

Mit großer Sorge beobachten die Waldbesitzer seit Ostern, wie sich die Borkenkäfer erneut über die Fichten und Lärchen hermachen. Nachdem die Borkenkäfer im vergangenen Jahr bis Ende Oktober durch die trocken-heiße Witterung beste Vermehrungsbedingungen vorfanden, stehe den Nadelholzbeständen jetzt ein erneuter massenhafter Befall bevor - mit katastrophalen Folgen. Aber auch die Laubbäume hätten unter der sehr trockenen und heißen Witterung des Vorjahres stark gelitten. »Etliche Schädlinge wie Pilze und Insekten konnten sich in den gestressten Bäumen massenhaft vermehren«, so Breitstadt.

Den Waldeigentümern und Förstern stehe daher ein schwieriges Jahr bevor, denn es gehe um die Erhaltung der Wälder und die Abwehr weiterer Schäden auf großer Fläche. Schon jetzt verzeichnen viele Waldeigentümer hohe Vermögensschäden durch die Witterungsextreme. »Der Wald und die Waldeigentümer bekommen den Klimawandel mit voller Wucht zu spüren«, ist sich Heinrich Breitstadt sicher. Deshalb werde die Bevölkerung um Verständnis gebeten, wenn in diesem Jahr den ganzen Sommer über Holzerntemaßnahmen durchgeführt werden müssten, um befallene und kranke Bäume aus dem Wald zu schaffen.

Waldspaziergang kann gefährlich sein

Der Spaziergang durch den Wald berge angesichts der Schäden auch Gefahren, warnte der Vorsitzende. Tote und trockene Bäume können umstürzen und in den Baumkronen hängen Totäste, die jederzeit herabfallen können. »Es gibt auch Insekten, wie den Eichenprozessionsspinner oder die Rußrindenkrankheit am Ahorn, die für Menschen gesundheitsschädlich sein können«, zählt Breitstadt auf. Das Betreten des Waldes erfolge immer auf eigene Gefahr und ohne Haftung des Waldeigentümers. Diese sieht er anderweitig in der Pflicht: »Wir kümmern uns um den Wald, räumen auf, pflanzen jungen Wald nach und pflegen die jungen Bäumchen, bis sie kräftig sind und dem Wetter trotzen können.«

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