26. April 2019, 11:00 Uhr

Hirzenhain

Ein Hoch auf die Weltmeisterin

Das große Schild am Ortseingang signalisiert seit Wochen, auf wen die Hirzenhainer so stolz sind: auf »ihre« Tina – Tina Hermann, vierfache Weltmeisterin im Skeleton.
26. April 2019, 11:00 Uhr
Tina Hermann (2.v.l.) mit Ortsvorsteher Heiner Baum (l.) und SC-Vorstandsmitglied Susanne Hartel sowie Vater Horst Hermann und Ski-Club-Vorsitzende in Personalunion.

Die Wintersprotlerin ist ein Gewächs des Dorfes, auch wenn die junge Frau inzwischen in Bischofswiesen im Berchtesgadener Land lebt. Aber die enge Bindung zu dem Ort bleibt.

Erfolg in Kanada

Die Eltern, die Geschwister, die Freunde wohnen hier – und haben sich, wie die komplette Einwohnerschaft auch, über den jüngsten Coup der Ausnahmesportlerin gefreut: den vierten WM-Titel im Skeleton, errungen bei den Weltmeisterschaften im kanadischen Whistler. Grund und Anlass genug für einen triumphalen Empfang, den der hiesige Ski-Club seinem populärsten und prominentesten Mitglied bereitete.

Auf dem Weg zur Ski-Hütte hatte es Tina Hermann etwas langsamer angehen lassen als auf der Eisbahn. Die Anfahrt erfolgte in der Schaufel eines von ihrem älteren Bruder Steffen chauffierten 350-PS-Schleppers.

Erfolge über Erfolge

Das festlich dekorierte Domizil der Wintersportler am Eiershäuser Hang drohte aus allen Nähten zu platzen. Aber Platz im Getümmel der Gratulanten und Fans war da selbst für den Landrat noch. Wolfgang Schuster hatte sich ebenfalls unter das Partyvolk gemischt, um bei der Gelegenheit die außergewöhnlichen sportlichen Leistungen der heute 27-Jährigen zu würdigen. Der Ruhm der Protagonistin strahlt schließlich auf die gesamte Region ab. Es ist schon eine außergewöhnliche Karriere, die die gebürtige Hirzenhainerin in den vergangenen neun Jahren hingelegt und die sie an die globale Spitze der Skeletonis geführt hat.

Das pfeilschnelle Mädel raste von Sieg zu Sieg und sammelte dabei Medaillen und Pokale – bei Welt- und Europa-Championaten ebenso wie bei Deutschen Meisterschaften oder Weltcup-Läufen. Bei Letzteren schlagen bei ihr allein sechs Siege und 17 Podestplätze auf der Habenseite zu Buche.

Eine beeindruckende Gesamtbilanz. Da verliert man ein klein wenig den Überblick. Sie selbst wohl auch. In der »Formel-1-Disziplin des Wintersportes«, wie Ortsvorsteher Heiner Baum den Skeleton-Bobsport nannte, hat bislang kaum jemand konstant so hohe Leistungen abgerufen wie Tina Hermann.

Möge ihre Erfolgssträhne weitergehen, wünschte Baum. Wie es aussieht, wird sie das auch tun. Und damit die vierfache Weltmeisterin (und Olympiateilnehmerin) bei hoffentlich weiteren Siegeszügen ihre Wurzeln nicht vergisst, überreichte Ski-Club-Vorstandsmitglied Susanne Hartel eine Chronik Hirzenhains, die anlässlich der im September anstehenden 750-Jahr-Feier herausgegeben worden ist.

Straße mit Tinas Namen

Die Hirzenhainer werden Tina sicher nicht vergessen, denn eine Straße trägt schon ihren Namen. Gut, Straße ist übertrieben. Es ist »nur« ein Pfad, der direkt unterhalb ihres Elternhauses verläuft und die Faulchenstraße mit der Straße »Am Köppel« verbindet. Den Weg gibt es zwar schon länger, aber nach ihr benannt wurde er erst nach ihrem Weltmeisterschaftsgewinn in Igls 2016. Unbestätigten Gerüchten zufolge soll die Windhainstraße bald umgetauft werden …

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