11. Mai 2020, 13:00 Uhr

Cölbe

Corona? Bekämpfen wir gemeinsam!

Am Anfang war der Stoff. Nachbarinnen und Nachbarn hatten reichlich Material gespendet, andere leihweise ihre Nähmaschinen zur Verfügung gestellt.
11. Mai 2020, 13:00 Uhr
Schulleiterin Karin Steinhoff von der Lindenschule in Cölbe bekommt einen Teil der fertigen Alltagsmasken überreicht. Foto: CAF

Im Internet waren diverse Schnittmuster verfügbar. Nur die Beschaffung von Gummiband erwies sich als schwierig. Die Endergebnisse - Alltagsmasken für Mund- und Nasenschutz - wurden genäht von Cölber Flüchtlingsfamilien, verteilt vom Cölber Arbeitskreis Flüchtlinge (CAF), produziert in Höfen und Privatwohnungen. Ohne Entgelt, freiwillig, ohne Erwartung ausländerrechtlicher Privilegien. Eine Solidaritätsleistung eben, ein Beitrag zum friedlichen Zusammenleben.

Zu Beginn der Corona-Krise wurde Klopapier knapp, jetzt ist es das Bastelmaterial für Masken. Durch Spenden, Informationen über den Dorffunk und gezieltes Suchen konnte auch dieser Mangel schließlich behoben werden. Dann war Arbeitsteilung angesagt. Die einen schnitten zu, die anderen nähten. Kinder mochten nicht nur zusehen - sie beteiligten sich eifrig. Am Ende sind mehr als 600 Alltagsmasken entstanden.

Die Geschwister Zaynab, Horya und Zaid haben die Masken sofort ausprobiert. Sie wissen, dass sie jetzt nicht mehr so einfach andere anstecken können. Auch an ihre Freunde geben sie ihre Produkte weiter. Sie wissen aber auch, dass weitere Vorsichtsmaßnahmen angesagt sind: Hände waschen und Abstand halten in der Öffentlichkeit zum Beispiel.

Hygiene weiterhin wichtig

Mit Hände waschen haben übrigens gerade muslimische Familien kein Problem. Sie kennen alle modernen Hygieneregeln, und darüber hinaus sind regelmäßige Waschungen seit mehr als tausend Jahren in ihrer Tradition eine religiöse Pflicht. »Das ist bestimmt bei Christen auch so«, sagen sie. Hoffentlich haben sie damit recht.

Nadel und Faden in der Hand hatten die Familien Ibrahim (Akid, Horya, Fatima, Zaynab) und Bakro (Zaid, Mustafa, Mudar, Alya, Hala). Sie bilden in Cölbe gemeinsam eine Haus- und Wohngemeinschaft. Neben den beiden Familien waren noch Lamiaa Arab und Hanna Belal am Nähen beteiligt. Als Ex-Cölber setzte sich auch Khaled Belal an eine Nähmaschine. Er hat mit seiner Familie inzwischen in Gisselberg eine Wohnung gefunden. Weiter haben auch ehrenamtliche Mitarbeiter der katholischen Marburger Pfarrgemeinde St. Peter und Paul und selbstverständlich des CAF aktiv zum Gelingen der Aktion beigetragen.

Die Alltagsmasken wurden an der Lindenschule in Cölbe an Schulleiterin Karin Steinhoff für die eigentliche Verwendung der Viertklässler übergeben. Darauf können die Kinder nun noch etwas warten. Auch in den Ortsteilen Bürgeln und Schönstadt wurden schon Masken ausgeliefert.

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