03. Juni 2018, 15:00 Uhr

Marburg

Bilanz nach dem Wasser-Schock

Das Unwetter vom Dienstag überflutete Straßen und Gebäude in Marburg. Alle 17 Feuerwehren rückten zwischen 18 und 24 Uhr zu mehr als 170 Einsätzen aus.
03. Juni 2018, 15:00 Uhr
Im AquaMar drang das Wasser in die Eingangshalle ein. Mitarbeiter konnten es durch das Eingangsdrehkreuz schnell zurückdrängen. Foto: Stadt Marburg

250 Einsatzkräfte waren dauerhaft beschäftigt. Die Aufräumarbeiten gehen weiter. Feuerwehr und Mitarbeiter der Stadt beseitigten »am Tag danach« viel Schutt und Müll, pumpten weitere Keller leer und säuberten die Straßen. »Die Nachwirkungen des Unwetters werden uns aber noch bestimmt 14 Tage beschäftigen«, sagte die Leiterin der Feuerwehr, Carmen Werner, direkt am Mittwochmorgen.

Regen in der Bibliothek

Aus der neuen Bibliothek der Universität wurde bis 4 Uhr das Wasser gepumpt. Durch Schächte, die im Brandfall für die Entrauchung notwendig sind, ist das Wasser ins Gebäude eingedrungen und hat sich im Untergeschoss auf 4.500 Quadratmetern verteilt.

Die Bibliothek öffnete zwar am Mittwoch wieder, der Betrieb ist aber noch eingeschränkt. Die Schäden an den Büchern ist wohl äußerst gering, teilte die Universität mit.

Viele städtische Gebäude betroffen

Untersucht wurden am Mittwoch Schäden an städtischen Gebäuden. Vor allem im Haus der Jugend (Frankfurter Straße) drang das Wasser in das Untergeschoss ein und stand 20 Zentimeter tief im Keller und im Discoraum.

In mehreren Schulgebäuden der Stadt gab es zudem Schäden: Im Heizungskeller der Elisabethschule stand das Wasser 60 Zentimeter hoch, die Heizungssteuerung fiel aus, ebenso Lüftung und Brandmeldeanlage. Selbst der Schulhof stand einen Meter unter Wasser. In der Sophie-von-Brabant-Schule fiel durch Blitzeinschlag die Brandmeldeanlage aus, außerdem drang Wasser in das Lehrerzimmer ein.

In der Adolf-Reichwein-Schule stand der untere Bereich von Block B unter Wasser, in der Schule am Schwanhof eine Dienstwohnung und das Archiv. Betroffen sind auch die Hausmeisterwohnung der Geschwister-Scholl-Schule, die Turnhalle der Richtsberg-Gesamtschule und die Mosaikschule. In der Otto-Ubbelohde-Schule und der Erich-Kästner-Schule waren die Hausmeister damit beschäftigt, das Wasser zu beseitigen.

Der Parkettboden der Sporthalle des Philippinums stand komplett unter Wasser. Die Folgen werden derzeit geprüft. Auch in die Sporthalle der Jägerkaserne kam es zu einem Wassereinbruch.

In der Georg-Gaßmann-Halle konnte der Hausmeister Schlimmeres verhindern. In der Stadtbücherei sowie in weiteren Gebäuden wie »Am Plan« drückte der Starkregen durch die Fenster, in der Stadtbücherei hält sich der Schaden in Grenzen. Im Stadtarchiv standen Böden unter Wasser. Im AquaMar setzte das Wasser den Eingang, den Verkaufsshop, das Bistro sowie einen Teil des Flurs zu den Büros unter Wasser.

Wasser ist auch in die Kindertagesstätten am Erlenring und in der Erfurter Straße sowie in den Heizungsraum in der Goldbergstraße eingetreten.

Stadt unterstützt bei Müllentsorgung

»Die Stadt Marburg lässt die Bürger mit der Beseitigung des Mülls durch das Unwetter nicht alleine«, sagt Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies. Bei der nächsten regulären Abholung wird Zusatzmüll kostenlos mitgenommen. So können jeweils bis zu drei zusätzliche Müllsäcke neben die Restmülltonne gestellt werden. Auch kurzfristige Sperrmülltermine gehören zum Angebot. Das ermöglicht die Stadt in Zusammenarbeit mit der Stadtwerke-Tochter Marburger Kommunalentsorgungs-GmbH (MKG). Kurzfristige Sperrmülltermine können beim Servicetelefon, 06421-205850, vereinbart werden. Alle Infos unter www.marburg.de. (sr)

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