26. Juni 2019, 15:00 Uhr

Wetzlar

500 Brückenteile und 3.000 Euro für Burkina Faso

Zum 18. Mal hatte die Organisation Tikato zur Benefizaktion »Brückenschlag« für Projekte in Burkin Faso (Westafrika) auf der Alten Lahnbrücke eingeladen.
26. Juni 2019, 15:00 Uhr
Symbolischer Brückenschlag zwischen Wetzlar und Ouagadougou mit Oberbürgermeister Manfred Wagner und dem Botschaftsrat Isidore Taro sowie Mitgliedern des Arbeitskreises Tikato.

2.500 Euro waren am Ende des Tages zusammengekommen, die für zwei Projekte der Nahrungssicherung verwendet werden sollen. Weitere Einzahlungen haben das Ergebnis auf 3.000 Euro erhöht. Viele Passanten aus dem heimischen Raum interessierten sich für Gelderverwendung und Spendenergebnisse.

In diesem Jahr stand der Brückenschlag unter dem Eindruck der terroristischen Überfälle durch Islamisten, die das westafrikanische Land verunsichern. Seit Anfang des Jahres hat es auch Anschläge gegen Kirchen gegeben sowie gegen Prozessionen mit Todesopfern.

Von Entführungen und Terror gezeichnetes Land

Zudem werden immer wieder Geistliche und auch Europäer entführt. Bisher galt Burkina Faso als beispielhaft für das friedliche Zusammenleben zwischen allen Religionen und Ethnien.

»Die enge Zusammenarbeit zwischen dem kirchlichen Arbeitskreis Tikato und dem Land Burkina Faso darf nicht stoppen«, diesen Appell richtete Botschaftsrat Isidore Taro an die Besucher der Aktion Brückenschlag Wetzlar-Ouagadougou auf der Alten Wetzlarer Lahnbrücke.

Die Lehrerinnen Ulrike Hoppe und Bettina Orgis hatten ganztägig die Veranstaltung unterstützt. WALI-Mitarbeitende mit Stefan Lerach halfen professionell, aber ehrenamtlich beim Aufbau; das Café Franz stellte seine Café-Terrasse für den guten Zweck zur Verfügung.

Der Bläserkreis Wetzlar mit Dietrich Bräutigam erfreute mit seinen mächtigen Klängen. Silvia von Verschuer und Ulrike Hoppe sorgten für die Übersetzung französischsprechender Gäste. Aus Mannheim war Dr. Georges Sam angereist. Er arbeitet mit Heidi Stiewink im Team des »Burkina-Tag«.

Oberbürgermeister Manfred Wagner lobte das Engagement des Arbeitskreises, das nun schon 45 Jahre andauere.

190 Tikato-Projekte

Bislang habe Tikato 190 Projekte in dem von Dürreperioden heimgesuchten Land mit seinen 20 Millionen Einwohnern, das zunehmend auch durch den Klimawandel betroffen ist, gefördert. Der Oberbürgermeister hatte, wie schon seine Vorgänger, die Schirmherrschaft über den Brückenschlag übernommen. Wagner sagte, es sei ganz wichtig, dass die Menschen in Wetzlar sich nicht nur mit ihrer Stadt und dem Land beschäftigten. Es brauche auch den Blick für die gesamte Welt. Gerade wo es den Menschen in unseren Breiten meist gut gehe, brauche es Bürger, die Verantwortung für ärmere Regionen übernehmen. Die Erfolge des Arbeitskreises zeigten, es lohne sich, neue Wege zu gehen und Brücken zu bauen. Insofern sei die Beziehung zu Burkina Faso ein wichtiges Engagement, für das er im Namen der Stadtgesellschaft danke.

Pfarrer Jörg Süß, leitender Geistlicher des Kirchenkreises an Lahn und Dill, sagte, Tikato schlage Brücken der Verständigung zu einem Land, das früher durch Europäer ausgebeutet wurde. Auf dem Geldschein sind auch Menschen zu sehen, die sich in die Arme schließen. Die Freundschaft zu Burkina Faso sei besonders wichtig, seitdem islamistischer Terror das westafrikanische Land überziehe.

Die Tikato-Vorsitzende Heidi Janina Stiewink legte eine Gedenkminute für die Menschen ein, die durch Gewaltakte in Burkina Faso zu Tode gekommen sind.

Unter den Gästen war auch die Pädagogin und Soziologin Marie-Bernadette Kabré aus der burkinischen Hauptstadt Ouagadougou. Sie hatte für den Oberbürgermeister eine Überraschung mitgebracht. Weil Wetzlar als Optikstadt gilt und mit Leica einen namhaften Kamerahersteller in der Stadt hat, überreichte sie ihm eine Kamera »made in Africa«. Ein Burkinabe hatte aus Altmaterial einen Kamera-Korpus gebastelt. Diesen überreichte sie mit dem Wunsch, dass der »Fotoapparat« einen Platz im städtischen Museum finden möge.

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