16. Januar 2021, 13:00 Uhr

Haiger

Mehr als eine Bücherei: Die Mediothek der JTS

Lehrerin Pia Weidl stellt die Mediothek der Johann-Textor-Schule (JTS) in Haiger vor. Auch Klaus-Dieter Schwunk vom Förderkreises der JTS ist begeistert.
16. Januar 2021, 13:00 Uhr
Pia Weidl, Leiterin der Mediothek (l.) und Mitarbeiterin Frau Hachmann freuen sich auf neugierige Schüler, wenn die Phase der Schulöffnung wieder begonnen hat. Foto: privat

»Eine Mediothek ist ein sehr vielfältiger Ort. Dort können Schülerinnen und Schüler nicht nur Bücher oder Gesellschaftsspiele für ihre Klasse ausleihen, sondern auch PCs zur Internetrecherche nutzen oder Zeitschriften entdecken«, berichtet Pia Weidl. Neben 20 Laptops stehen auch zwei iPad-Koffer mit jeweils 15 Geräten für die Klassen zur Verfügung. Lehrkräften wird eine breite Palette an Audio-CDs, CD-ROMs und DVDs zu den unterschiedlichsten Themen geboten.

Auch in der Mediothek musste es pandemiebedingt einige Änderungen geben. »An der breiten Fensterfront wurden zwei zusätzliche Fenster eingebaut, sodass besser gelüftet werden kann. Öffnet man zusätzlich die Eingangstüren, hat man einen guten Durchzug. So konnten auch Teilklassen vor dem Lockdown und den Ferien die Mediothek wieder besuchen«, sagt Weidl.

Vielfältige Aufgaben in der Mediothek

Pia Weidl hat zusätzlich zu ihrem Unterricht mit der Mediothek noch ein paar Aufgaben zu erfüllen; neben Bücherbestellungen organisiert sie Veranstaltungen, wie etwa Einführungen für neue Schülerinnen und Schüler, Balladenvorträge, den Tag der Offenen Tür in der Mediothek oder die Ausstellung von Schülerprojekten.

Warum sie das Ganze überhaupt macht? » Das ist eine längere Geschichte: 1987, nach meinem Referendariat, habe ich leider keine Stelle als Lehrerin bekommen und so habe ich eine Tätigkeit als Mediotheksverwalterin angenommen. Dort habe ich das Handwerk dann von der Pike auf gelernt. Als der Begründer der Mediothek, Hans-Günther Brée (ehemaliger Lehrer an der JTS) die Schule verließ, fragte er mich dann, ob ich die Mediothek übernehmen würde.«

Interesse der Kids als Zusatz-Motivation

Das Schönste bzw. Spannendste sei es, die leuchtenden Augen der Kinder zu sehen, wenn sie sich für das Lesen begeistern würden. »Es ist immer wieder toll, wenn sie sich zu richtigen ›Leseratten‹ entwickeln. Dennoch gibt es auch ab und zu Schwierigkeiten. In den Pausen zum Beispiel, denn leider gibt es Schüler, die sich nicht an die Regeln halten und so den Betrieb in der Mediothek stören. Dann muss für Ordnung gesorgt und auch mal jemand hinausgeschickt werden.«

Lesen könne, so Pia Weidl, bei Stress als Ausgleich wirken, es fördere die Kreativität und das Empathievermögen, wenn man sich in die Figuren einer Geschichte hineinversetze, berichtet die Mediothek-Beauftragte. Genauso würden Rechtschreibung und Ausdruck gefördert. »Die Erfahrung zeigt, dass die Deutschnote umso besser wird, je mehr ein Schüler liest. Außerdem macht Lesen viel Spaß.«

Förderkreis unterstützt das Angebot

Auch Klaus-Dieter Schwunk, Vorsitzender des Förderkreises der JTS, ist von dem Angebot begeistet. »Die Mediothek ist ein Ort, wo die Schüler in Ruhe recherchieren können und gute Arbeitsbedingungen vorfinden. Wir beschäftigen vom Förderkreis aus vier Mitarbeiter, die selbstständig und eigenverantwortlich den Betrieb in der Mediothek führen. Wir sorgen auch dafür, dass ihnen Arbeitsmaterial zur Verfügung steht«, berichtet der Vorsitzende.

Während der coronabedingten Schließung haben die Mitarbeiter an anderer Stelle mitgeholfen, zum Beispiel bei der Maskenherstellung. »Ohne ihre tolle Arbeit würde die Mediothek nicht funktionieren. Derzeit arbeiten wir außerdem mit Holger Arndt daran, die WLAN-Infrastruktur in der Mediothek weiter zu verbessern. Anschaffungen wie neue Bücher und Gesellschaftsspiele stehen bei uns ebenfalls auf der Tagesordnung«, sagt Schwunk.

Verbesserungspotenzial sieht auch Pia Weidl noch im Angebot: »Mehr spezifische Fach- literatur, die einzelne Themen vertieft, wäre toll. Ich denke da etwa an Biologie, wo wir etwas zum Thema ›Pilze‹ gebrauchen könnten. Schön wären auch noch mehr pädagogische Fachbücher für Lehrkräfte. Auf der Wunschliste der Schüler stehen noch mehr Bände von ›Die drei ???‹ ganz oben.«

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