01. November 2020, 13:00 Uhr

Marburg

Visionen vom Marburg der Zukunft

Andrea Suntheim-Pichler ist Fraktionsvorsitzende der Bürger für Marburg (BfM) im Stadtparlament und hat ihre Kandidatur für das Amt der Oberbürgermeisterin angekündigt.
01. November 2020, 13:00 Uhr
Konkrete Vorstellungen von der Entwicklung Marburgs unter ihrer Regie: Unternehmerin Andrea Suntheim-Pichler. Foto: privat

Die Wahl findet im März 2021 statt. »Ich habe eine klare Vorstellung davon, wie das Marburg der Zukunft aussieht«, erläutert die 54-jährige Unternehmerin. Lange genug habe sie in ihrer Funktion als Fraktionsvorsitzende der Wählergemeinschaft BfM beobachtet, wie Debatten um wichtige Entscheidungen im Magistrat unnötig in die Länge gezogen worden seien. »Ich denke und handele zielorientiert, ohne mich einer politischen Ideologie beugen zu müssen«, versichert sie.

Kernprogramm umfasst sechs Themenfelder

Ihr Kernprogramm umfasst sechs Punkte. Bei der »Stadtgestaltung« nennt sie als Beispiel die Frankfurter Straße. An deren Sanierung führe in den kommenden Jahren kein Weg vorbei. »Diese Baumaßnahmen werde ich dazu nutzen, dem Südviertel neuen Glanz zu verleihen.«

Zum Stichpunkt »Wohnen« präferiert Suntheim-Pichler die Lahnberge als Möglichkeit, neuen Lebensraum zu erschließen. Dort gebe es bereits ein verkehrstechnisch und infrastrukturell erschlossenes Gebiet. »So vermeiden wir das Pendeln Tausender Mitarbeiter und Studenten und erschaffen eine Stadt der kurzen Wege.«

Um Marburg als »Wirtschaftsstandort« weiterzuentwickeln, sieht sie nur begrenzte Möglichkeiten, weitere Gewerbegebiete auszuweisen. »Stattdessen werde ich mich darauf konzentrieren, die Voraussetzungen für jedes einzelne Unternehmen zu verbessern.«

Hinsichtlich des Klimas schwebt der Kandidatin vor, mehr Geld für klimafreundliche Energie auszugeben. Jeder sei aufgefordert, sich an der Umsetzung des Klima-Aktionsplans zu beteiligen. »Ich werde mich dafür einsetzen, dass die Stadtwerke als unsere Anbieter für Energie auch das Thema Wasserstoff priorisieren. Denn die E-Mobilität allein wird nicht den gewünschten Effekt bezüglich der Klimaneutralität erzielen.«

Kampf gegen Vermüllung und Lärm

»Respekt« lautet ihr fünftes Thema. »Respekt vor der Stadt und deren Bewohnern. Zu viele Menschen scheinen diesen Respekt verloren zu haben«, glaubt sie, und dabei fällt ihr achtlos weggeworfener Müll und die Lärmbelästigung in Innenstadtbereichen ein. »Dieses Problem werden wir nur mit mehr Ordnungspolizei in den Griff bekommen.«

In Sachen »Verkehr« bremse Corona den Weg hin zur Verkehrswende. »Heute sitzen viele Pendler doch wieder in ihrem virensicheren Auto. Der ÖPNV wird gemieden, was wiederum viele Fahrradfahrer und vermehrt Fußgänger auf den Plan gebracht hat. Ich sage ganz klar Ja zum Ausbau des Nahverkehrs und zu mehr sicheren Fahrradwegen. Konsequenterweise müssen wir dann auch den Individualverkehr unattraktiver gestalten.«

Politisch unabhängig agieren

»Die Sichtweise auf die kleinen und großen Probleme ist meine Stärke«, begründet Andrea Suntheim-Pichler ihre Kandidatur. Der Unterschied zu den anderen Bewerbern? »Ich bin vollkommen frei in meinen Entscheidungen, da ich keiner Partei angehöre. Mein politisches Zuhause sind die Bürger für Marburg (BfM) - eine Wählergemeinschaft, die unabhängig auf kommunaler Ebene agiert.«

Bei allen politischen Ansichten ist der Marburger Unternehmerin jedoch »Ehrlichkeit« besonders wichtig. Dazu gehöre auch, unliebsame Dinge anzusprechen und nicht den Anschein zu erwecken, »für jedes Problem eine Lösung« zu haben, die alle Beteiligten glücklich mache. »Ich rede Klartext. Ich kümmere mich«, bringt sie ihr Credo auf den Punkt.

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