08. August 2018, 15:00 Uhr

Marburg

Ubbelohdes Zeichnungen in Japan sehr beliebt

Bereits zum 25. Mal seit 1994 ist eine Gruppe japanischer Märchenforscher unter der Leitung von Prof. Dr. Toshio Ozawa zu Besuch im Landkreis gewesen.
08. August 2018, 15:00 Uhr
Marian Zachow und Kulturreferent Dr. Markus Morr begrüßten die japanischen Märchenforscher um Professor Toshio Ozawa (hinten, 3.v.r.). Foto: Landkreis

Die Besucher beschäftigen sich mit Otto Ubbelohdes Märchenzeichnungen. 1992 hatte Professor Ozawa in Japan eine Märchen-Akademie gegründet, die mittlerweile mehrere Tausend Mitglieder zählt. Einmal im Jahr besucht er mit einer Gruppe Deutschland und folgt der Märchenstraße.

Einer seiner Anlaufpunkte ist dann immer das Landratsamt in Marburg. Außerdem besucht die Gruppe den Rapunzelturm in Amönau, der Ubbelohde als Motiv für das in Japan beliebte »Rapunzel«-Märchen diente, das Ubbelohde-Haus in Goßfelden und die Elisabeth-Kirche in Marburg.

Grimms Märchen »eine kulturelle Brücke«

»Die Märchen der Brüder Grimm und die Zeichnungen von Otto Ubbelohde sind eine kulturelle Brücke zwischen Deutschland und Japan«, sagte der Erste Kreisbeigeordnete Marian Zachow, der die 63 Besucher begrüßte. Der große Bekanntheitsgrad, den die Märchen der Brüder Grimm in Japan innehaben, überrasche ihn immer wieder.

»Ich finde es spannend, dass die Zeichnungen in Japan bekannt sind und damit auch Motive aus unserem Landkreis in Japan bekannt gemacht werden. In einer Zeit, in der immer nur abgehackt in Twitter-Meldungen und Kurznachrichten kommuniziert wird, ist es höchste Zeit, dem Erzählen wieder mehr Raum zu geben. Das Erzählen lässt nicht nur Fantasiewelten lebendig werden, sondern führt Menschen zusammen«, betont Zachow.

»In Japan ist es nicht vorstellbar, dass in einem öffentlichen Gebäude Märchenzeichnungen zu sehen sind«, sagte Dr. Markus Morr, Kulturreferent des Kreises. »Die Tatsache, dass der Kreis in der Kreisverwaltung Kopien der Originale dauerhaft ausstellt, ist für Japaner überraschend, weil die Märchen in Japan eher für das Volkstümliche und die Verwaltungen für den Staat stehen«, erläuterte Dr. Morr.

Märchenforscher über Details begeistert

Interessiert betrachteten die Besucher aus Japan die knapp 450 Zeichnungen, die im Landratsamt zu sehen sind und lauschten gebannt den Erläuterungen von Professor Ozawa. Ihn begeistert vor allem die detailgenaue Darstellung von Landschaften, Gebäuden oder Personen, die Ubbelohde gewählt hat. »Für mich sind es diese Zeichnungen, die die Märchen lebendig machen«, sagte Professor Ozawa.

Seit 1972 werden die Ubbelohde-Illustrationen im Kreishaus ausgestellt – zuerst die Originale, die dann 1987 durch gute Kopien ersetzt wurden. Die Originale befinden sich im Otto-Ubbelohde-Haus in Goßfelden.

Das Land Hessen hat die Sammlung der Zeichnungen des Künstlers Otto Ubbelohde (1867 bis 1922) zu den Märchen der Brüder Grimm vor wenigen Wochen auch als national wertvolles Kulturgut anerkannt und reiht sich damit ein in die Reihe besonderer Objekte und Kunstgegenstände wie die Himmelsscheibe von Nebra, den römischen Pferdekopf von Waldgirmes oder die Gutenberg-Bibeln.

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