25. August 2018, 11:00 Uhr

Wetter

Theaterstück geht unter die Haut

Mit dem Schlussapplaus bei der letzten Aufführung von »Meine Stadt? Leben am Abgrund« fand ein weiterer Teil der Aufarbeitung der Geschichte Wetters seinen festen Platz.
25. August 2018, 11:00 Uhr
Das Theaterstück handelte vom Schicksal jüdischer Mitbürger aus Wetter zu Zeiten des Nationalsozialismus. Foto: Gerd Sycha

Das Theaterstück gab Einblicke in das Leben der jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürger in Wetter in den Jahren 1932 bis 1942, die wahrlich unter die Haut gingen. Angelehnt an das Schicksal der angesehenen jüdischen Geschäftsfamilie Bachenheimer aus Wetter, die im Stück »Blumenthal« heißt, wurde sinnbildlich dargestellt, wie die jüdischen Bürgerinnen und Bürger zur Zeit des Nationalsozialismus schrittweise entwürdigt und entrechtet wurden.

Dabei machte Regisseurin Brunhilde Heß auch keinen Halt vor gewaltvollen und blutigen Szenen. »Ich möchte die Mechanismen aufzeigen, wie Gewalt und Ausgrenzung Einzug halten, wie der Sog von Hetzkampagnen funktioniert«, beschreibt Heß. Die Familie betrieb einst ein gut laufendes Kleidergeschäft in Wetter, konnte sich aber 1942 nur noch nach Amerika retten.

Das unter städtischer Trägerschaft aufgeführte Theaterstück zeigte eindrucksvoll, wie schnell ganze Staatssysteme durch politische und mediale Stimmungsmache und unter entsprechenden Rahmenbedingungen kippen können. Brunhilde Heß brachte mit viel Leidenschaft diese dramatische Geschichte als Freilichttheater mit einem einzigartigen Ensemble aus Laien vor der wunderbaren Kulisse des Wetteraner Marktplatzes auf die Bühne. Der Erfolg war so überwältigend, dass das Stück am zweiten Aufführungswochenende eine riesige Besucherresonanz hatte.

Standing Ovations erhielten die rund 120 Mitwirkenden vor und hinter der Bühne bei allen Aufführungen. Besonders die Hauptdarsteller der Familie Blumenthal, die über das gesamte Stück hinweg stets textreich und bühnenpräsent waren, aber auch diejenigen, die nicht aktiv auf der Bühne standen, sondern im Hintergrund wirkten, trugen einen wichtigen Teil zu diesem großen Erfolg bei. Daneben galt auch ein besonderes Lob den vielen jüngeren Darstellern, die mit viel Engagement bei den Proben und Aufführungen über rund anderthalb Jahre mitwirkten.

Begleitet wurde das Theaterstück von zahlreichen Gesangsstücken, komponiert von »Ecki« Scherer und gesungen von »Ulli« Zum Egen sowie mit der Geige würdig umrahmt von Mascha Koller. Den musikalischen Teil rundeten Musiker der Stadtkapelle Wetter mit Musikstücken ab.

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