14. März 2020, 13:00 Uhr

Lich

Schwimmbad weiterhin mit Albach-Wasser

Für den Betrieb des Waldschwimmbads in Lich darf befristet für zwei Jahre weiterhin Wasser aus der Albach entnommen werden.
14. März 2020, 13:00 Uhr
Das Licher Waldschwimmbad erhält eine Genehmigung zur Nutzung des Albach-Wassers für die nächsten zwei Jahre. Danach sollte eine neue Frischwasserzufuhr her. Foto: SEK Lich

Die Untere Wasserbehörde des Landkreises Gießen wird voraussichtlich Ende März, also rechtzeitig vor Beginn der Badesaison im Mai, eine entsprechende Genehmigung an den Trägerverein Sport Erholung & Kultur (SEK) Waldschwimmbad Lich erteilen. Bis dahin stehen lediglich noch letzte Prüfungen einzelner wasserwirtschaftlicher und naturschutzfachlicher Aspekte aus.

Behörde: neue Frischwasserzufuhr bis 2022

Die Untere Wasserbehörde sieht eine Befristung der Genehmigung zum 31. Dezember 2021 vor und empfiehlt, bis dahin eine neue, zusätzliche Frischwasserzufuhr für das Bad zu ermöglichen. Dafür käme eine Reaktivierung der alten Albachquelle beziehungsweise die Inbetriebnahme eines eigenen Brunnens im Bereich des Schwimmbads infrage.

Zudem wäre der Eintrag von Nährstoffen ins Wasser zu verringern, etwa durch das Einbringen eines speziellen Tonminerals, das Pflanzennährstoffe wie Phosphor bindet. Dieses Verfahren ist auch aus Perspektive des Naturschutzes zu begrüßen. Nachdem es in den vergangenen Wochen am Wißmarer See angewandt wurde, möchte die Fachbehörde die Effekte im Sommer abwarten und dann abwägen, ob dies auch beim Licher Waldschwimmbad sinnvoll ist. Weitere Optionen wären ein Entfernen des Schlamms am Grund oder eine sogenannte Sömmerung, ein Trockenlegen für eine bestimmte Zeit, damit der Schlamm mineralisiert.

Bislang wird das Waldschwimmbad lediglich aus der Albach gespeist oder bezieht Wasser aus dem oberen Teich, der ebenfalls mit der Albach verbunden ist. Für die Albach gelten allerdings verschiedene Schutzregelungen. So muss gewährleistet sein, dass eine bestimmte Mindestmenge Wasser fließt - auch mit Blick auf Vorgaben für die Gewässerökologie, die die EU-Wasserrahmenrichtlinie festlegt. Probleme entstanden in den beiden vergangenen Jahren bei großer Trockenheit und Hitze, wenn das Fließgewässer wenig Wasser führte, die Wasserqualität dadurch beeinträchtigt war und eine Entnahme den Wasserspiegel zusätzlich senkte.

Gemeinsames Gespräch

Vertreter des Landkreises und der Stadt Lich besprachen nun während eines gemeinsamen Termins die weiteren Schritte. »Ich bin zuversichtlich, dass eine Lösung für einen dauerhaften Betrieb des Schwimmbads gefunden werden kann«, so die Bilanz von Landrätin Anita Schneider, »dies auch im Sinne derjenigen, die sich seit Jahren für den Betrieb und Erhalt des Bades engagieren.« Auch Lichs Bürgermeister Dr. Julien Neubert würdigte das konstruktive Miteinander: »Das Bad mit seiner langen Geschichte für Lich zu erhalten, liegt uns am Herzen. Wir werden nun gemeinsam prüfen, wie wir die aufgezeigten Lösungen realisieren können.«

Die Untere Naturschutzbehörde des Landkreises hob zudem die gute Zusammenarbeit mit dem Trägerverein hervor.

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