28. April 2019, 11:00 Uhr

Ebsdorfergrund

Ortsumgehung Heskem freigegeben

Die Ortsumgehung von Heskem ist für den Verkehr freigegeben worden. Die Baukosten belaufen sich auf 6,6 Millionen Euro.
28. April 2019, 11:00 Uhr
Bürgermeister Andreas Schulz (r.) und Ortsvorsteher Heinz-Martin Lieser befuhren im Fonds eines Cabrios die Straße. Foto: Martina Becker

Vor 300 Zuschauern schnitten Hessens Finanzminister Dr. Thomas Schäfer, Ebsdorfergrunds Bürgermeister Andreas Schulz und Eugen Reichwein, Regionaler Bevollmächtiger für Westhessen von Hessen Mobil, das obligatorische Absperrband durch.

»Dies ist ein Freudentag für Heskem-Mölln und die ganze Gemeinde«, sagte Bürgermeister Schulz und dankte der Landesregierung für ihre seinerzeitige Einwilligung in eine Vorfinanzierung der Ortsumgehung durch die Gemeinde. Finanzminister Schäfer lobte die entscheidungsfreudige Gemeinde und den Rathauschef: »Sie haben alles richtig gemacht.«

Eugen Reichwein ging auf die lange Vorgeschichte der Ortsumgehung ein. Schon in den 1970er-Jahren seien ernsthafte Planungen erfolgt und mit einer südlichen Variante entwurfsreif ausgearbeitet worden. Wegen massiver Bedenken der Landwirtschaft aufgrund hohen Flächenverlustes seien die Planungen aber verworfen und erst im Jahr 2004 wieder aufgenommen worden, bis dann 2014 der Baurechtsbeschluss erlassen wurde, der nach Abweisung einer Klage im Jahr 2016 Rechtskraft erlangte.

2016 »grüner Spatenstich«

So wurde dann im Sommer 2016 das Bauprojekt mit einem so genannten »grünen Spatenstich« abseits der Strecke begonnen. Im November 2016 folgte der Startpunkt auf der neuen Trasse und nun ist der Großteil der Bauarbeiten für die Ortsumgehung von Ebsdorfergrund-Heskem auf der Landesstraße 3125 abgeschlossen.

Lediglich die letzten rund 300 Meter im Anschlussbereich der Ortsumgehung an die bestehende L3125 östlich von Heskem dürfen erst nach einer dreijährigen Entwicklungszeit der externen landespflegerischen Ausgleichsfläche gebaut werden. Die Ortsumgehung ist daher zunächst vor diesen 300 Metern an die L3125 angebunden. Im kommenden Jahr wird dann auch dieser Anschlussbereich endgültig umgebaut.

Auf knapp zwei Kilometern führt die Landesstraße 3125, die bislang mitten durch Heskem verlief und dort zum Teil sogar auf einen Fahrstreifen verengt war, den Verkehr nun nordöstlich um den Ort herum. Zwischen Heskem und Wittelsberg schließt die Ortsumgehung an die L3048 mit einem Kreisverkehr an. Auf der östlichen Seite mündet die Umgehungsstraße vor Mölln in den bestehenden Streckenverlauf in Richtung Dreihausen. Die 7,50 Meter breite Umgehungsstraße wird dabei größtenteils in einem leichten Geländeeinschnitt liegen. Erdwälle auf beiden Seiten der Straße binden die Ortsumgehung in die Landschaft ein, dienen als Lärmschutz für den Ort und stellen zudem Fledermausüberflughilfen dar.

Neue Trasse archäologisch untersucht

In der Nähe des Hassenbergs bei Leidenhofen sind drei Teiche als Teile der naturschutzfachlichen Kompensationsmaßnahme angelegt worden. Die neue Trasse der Ortsumgehung ist zudem zu Beginn der Bauarbeiten umfangreich archäologisch untersucht worden. Dabei wurde eine Siedlung aus der Jungsteinzeit freigelegt und dokumentiert.

Insgesamt rund 6,6 Millionen Euro kostet der Bau der Ortsumgehung. Baulastträger der Umgehungsstraße ist das Land Hessen. Die Gemeinde Ebsdorfergrund trägt 305.000 Euro für gemeindliche Wegeanschlüsse an den neuen Kreisverkehrsplatz und breitere Wirtschaftswege.

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