19. Februar 2019, 15:00 Uhr

Dillenburg

Neues Biotop auf 60.000 Quadratmetern

Auf dem Köppel in Dillenburg entsteht ein neues Biotop: »Simonsboden« soll für selten gewordene Feldvögel und anderen Tieren ein Zuhause werden.
19. Februar 2019, 15:00 Uhr
Arnika hat im »Simonsboden« ein Zuhause gefunden. Die Landschaftspflegevereinigung Lahn-Dill hat Pflanzen des Korbblütlers auf dem Magerrasen gepflanzt. Jens Backhaus ist Motor für das Biotop, das die Artenvielfalt erhalten und vielleicht sogar erhöhen kann. Foto: Katrin Weber

Sechs Hektar ist das Gebiet groß, das der für Dillenburg zuständige Vogelschutzbeauftragte der Hessischen Vogelschutzwarte, Jens Backhaus, initiiert hat und betreut. Er hat die Grundstücksbesitzer, die Landschaftspflegevereinigung Lahn-Dill und die Stadt Dillenburg für das Projekt an einen Tisch geholt. Das Ergebnis ist ein Biotop, das die Artenvielfalt erhalten und erhöhen soll.

Früheres Ackerland

Die 60.000 Quadratmeter waren bis in die 70er-Jahre hinein hauptsächlich landwirtschaftlich genutzte Äcker. Die Landwirtschaft ging zurück, das Ackerland wurde nicht mehr bearbeitet und wurde Wiese. Die Feldvögel zogen sich zurück, einige verschwanden ganz aus dem Gebiet. Auch wurde zuletzt weniger Heu gemacht. »Die Weiden wurden nicht gepflegt und verbuschten«, berichtet Backhaus über die Entwicklung. Daraufhin seien beispielsweise Feldlerche und Goldammer immer seltener gesichtet worden.

Das Biotop »Simonsboden« bietet allerdings ideale Bedingungen, damit Feldvögel dort wieder heimisch werden. »Es gibt hier eine wirklich reiche Flora und Fauna«, zeigt Backhaus die Pluspunkte des Gebiets auf. Das Biotop soll helfen, damit Vögel ihr Brutgeschäft in Ruhe erledigen können. Kehren Feldvogelarten auf den Köppel zurück, wird dort auch die Artenvielfalt zunehmen.

Dafür möchte Backhaus diesen Teil des großen »Köppels« beruhigen. Ein Teil der Schwarzdornhecken, die zu hoch und hohl geworden waren, wurden weggenommen. »Wenn die Hecken zu hoch und hohl werden, sind sie als Brutbiotop nicht mehr geeignet. Das muss niedrig sein«, erläutert der Vogelschutzbeauftragte der Hessischen Vogelschutzwarte. Auf noch nicht einmal 200 Quadratmetern sei Schwarzdorn beseitigt worden, ergänzt Dr. Michael Völlinger, Umweltbeauftragter der Stadt Dillenburg.

Der »Simonsboden« hat Trockenrasen zu bieten, für einige Pflanzen eine ideale Basis: Arnika beispielsweise mag mageres Grünland, freut sich Günter Schwab von der Landschaftspflegevereinigung Lahn-Dill über die Bodenbedingungen für Arnika. 400 Pflänzchen des Korbblütlers wurden gesetzt.

Zahlreiche Partner

In das Projekt seien neben privaten Grundstücksbesitzern, der Stadt und der Landschaftspflegevereinigung auch der BUND, die Vogelschutzwarte Hessen und die Hessische Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz (HGON) eingebunden.

Finanziert wird das Ganze mit freiwilligen Arbeitsleistungen und durch Spenden. Bisher seien rund 1.500 Euro investiert worden, schätzt Backhaus. Eine Bitte hat der Vogelschutzbeauftragte an Spazier- und Gassigänger: Sie sollten vorsichtig und rücksichtsvoll sein, damit das Gebiet auch zur Ruhe kommen und sich weiter entwickeln kann. Die Brutzeit beginnt bereits am 1. März.

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