19. Mai 2020, 13:00 Uhr

Mittenaar

Neues Biomasseheizwerk für Mittenaar

Ein neues Biomasseheizwerk wird Anfang 2021 von der Firma Furnier- und Holzwerk Mittenaar in Bicken in Betrieb genommen.
19. Mai 2020, 13:00 Uhr
Von links: Regierungspräsident Dr. Christoph Ullrich, Geschäftsführer Oliver Kreiling, Marion Ruppel (Regierungspräsidium) und Martin Bettner (Weimer Gruppe). Foto: Regierungspräsidium

Die Genehmigung zum vorzeitigen Errichten des Heizwerks hat das Regierungspräsidium Gießen bereits erteilt - nach nur sieben Wochen Bearbeitungsdauer.

Mit der Vorabzulassung kommt der zukünftige Betreiber dem Ziel einer klimaneutralen Zukunft einen großen Schritt näher. Ist das neue Heizwerk erst einmal fertiggestellt, sinken die CO2-Emissionen um weitere 200 Tonnen pro Jahr und das Furnier- und Holzwerk verfügt durch den Einsatz regionaler Biomasse über eine CO2-neutrale Wärmeerzeugung.

»Nachhaltigkeit, Klimaschutz und Energieversorgung betrifft uns alle«, sagt Regierungspräsident Dr. Christoph Ullrich während des Besuchs. »Ich bin froh, dass wir in solch kurzer Zeit mit der Genehmigung den Weg ebnen können, in unserer Region einen weiteren wichtigen Schritt in Richtung Klimaneutralität zu gehen.« Die kurze Bearbeitungsdauer sei in der jetzigen Zeit mit den bestehenden Widrigkeiten und Pandemie-Einschränkungen umso beachtlicher. »Gerade bei Genehmigungsverfahren, die unter das Bundes-Immissionsschutzgesetz fallen, sind zahlreiche Begutachtungen und Prüfungen erforderlich, bis entsprechende Genehmigungen erteilt werden können«, erläutert der Regierungspräsident.

8,9 Megawatt Leistung

Die bestehende Holzfeuerungsanlage wurde in den 60er-Jahren erbaut und versorgte das einstige Unternehmen komplett mit Wärme. »Seitdem haben sich die Anforderungen an moderne Energieversorgung stark verändert«, erklärt Geschäftsführer Martin Bender. Auch aus diesem Grund wurde die Planung für das neue Biomasseheizwerk vorbereitet, das in Zukunft den Hauptanteil der Energieversorgung des Unternehmens tragen soll. Die Anlage wird über eine Feuerungswärmeleistung in Höhe von 8,9 Megawatt verfügen.

Das Regierungspräsidium genehmigt und überwacht Anlagen, die unter das Bundes-Immissionsschutzgesetz fallen. »Darin wird der Schutz vor schädlichen Luftverunreinigungen, Geräuschen, Erschütterungen, Licht, Wärme, Strahlen und sonstigen Gefahren bundeseinheitlich geregelt«, erläutert Ullrich. Errichtet und betrieben wird die Anlage von der Firma selbst.

Das Biomasseheizwerk wird fernab der Wohnbebauung errichtet und versorgt die Gebäude des Unternehmens mit Wärme mittels Heißwasser. Die künftige Ausrichtung in der dezentralen Wärmeproduktion schafft Raum, weitere wärmeintensive Unternehmen am Standort Bicken anzusiedeln.

5,5 Millionen Euro Investitionen

Auch der Aufbau einer Nahwärmeversorgung über die Betriebsgrenzen hinaus ist denkbar. Dazu wird naturbelassenes, unbehandeltes Holz aus der Region verwendet. Das Investitionsvolumen für die Anlage beträgt rund 5,5 Millionen Euro. »Ich bin froh über die Sicherung zahlreicher Arbeitsplätze am Standort Bicken und in der Region«, ergänzt Bürgermeister Markus Deusing und erklärt weiter: »Mittenaar ist vom Land Hessen bereits im Jahr 2017 als Klima-Kommune anerkannt worden. Das jetzige Projekt passt voll in unsere Philosophie, den CO2-Verbrauch in unserer Gemeinde weiter zu reduzieren.«

Die Anlage arbeitet nahezu CO2-neutral: Bei der Befeuerung wird nur die Menge Kohlendioxid freigesetzt, die das verwendete Holz zuvor bei seinem Wachstum der Luftatmosphäre entzogen hat. Im Vergleich zu einer mit Erdgas betriebenen Anlage werden jährlich bis zu 12.000 Tonnen CO2 eingespart. »Das bedeutet für uns als Betreiber der Anlage nicht nur einen großen Sprung im Hinblick auf die angestrebte CO2-Neutralität, sondern auch eine finanzielle Entlastung - wir rechnen mit Einsparungen von mehreren zehntausend Euro pro Jahr«, erklärt Martin Bender.

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