04. Oktober 2020, 15:00 Uhr

Dautphetal

Neue Wege und ein Abschied bei der Synode

»Gemeinsam schafft man vieles leicht, was man alleine nicht erreicht!« Mit diesem Satz erklärte Pröpstin Annegret Puttkammer während der Synode die Nachbarschaftsräume.
04. Oktober 2020, 15:00 Uhr
Anerkennung, Respekt und Dank: Die Synode des evangelischen Dekanats Biedenkopf-Gladenbach hat Pröpstin Annegret Puttkammer (r.) mit Standing Ovations verabschiedet.

Die Synode des evangelischen Dekanats Biedenkopf-Gladenbach besprachen eben auch diese Nachbarschaftsräume, zu denen sich die Kirchengemeinden im Dekanat zusammengeschlossen haben. Der Stand der Dinge und der Blick nach vorne waren inhaltlicher Schwerpunkt der Tagung in der Hinterlandhalle.

Erstmals hatten die sogenannten Visitationen im vergangenen Jahr, zu denen üblicherweise Kommissionen die Gemeinden besuchen und die Ergebnisse mit der Pröpstin besprechen, auch nicht mehr die einzelnen Gemeinden, sondern die Nachbarschaftsräume im Blick. »Diese Form passt nicht mehr in ein Dekanat, in dem neue Formen nachbarschaftlicher Zusammenarbeit ausprobiert und eingeübt werden«, zitierte Puttkammer aus ihrem Abschlussbericht.

Etwas in Bewegung

An sogenannten Begegnungstagen hatten die Kirchenvorstände aus den jeweiligen Gemeinden jeweils für ihre Region relevante Themen behandelt und die nächsten gemeinsamen Schritte verabredet, oft schon sehr konkret. »Menschen setzen sich in Bewegung, und die Entlastung der Haupt- und Ehrenamtlichen nimmt zu«, schilderte Dekan Andreas Friedrich seine Wahrnehmung und berichtete von den positiven Erfahrungen. Da setze sich nach und nach das Gefühl durch, nicht mehr zurück zur »Vereinzelung« zu wollen und mehr gemeinsam anzugehen.

Manche Themen habe man aufgegriffen, so beispielsweise jene nach dem Umgang mit dem Bedeutungsverlust des christlichen Glaubens und des kirchlichen Lebens, erklärte Pröpstin Puttkammer. Deutlich sei dabei auch geworden, dass es gegen die flächendeckenden Veränderungsprozesse kein Patentrezept gebe.

Neues ausprobieren

Auch Dekan Andreas Friedrich bezeichnete die Nachbarschaftsräume und die Begegnungstage als »großen Segen fürs Dekanat«. »Wir brauchen neue Wege, weil die alten uns nicht ausreichend in die Zukunft führen. Die Ideen reichen für fünf Jahre, und vieles ist schon entstanden, manches auch wieder durch Corona ausgebremst«, sagte er und nannte gemeinsame Gottesdienste, Internetseiten, Gemeindebriefe ebenso wie miteinander entwickelte gemeindeübergreifende Angebote.

Wichtig war Puttkammer auch, dass die Arbeit in den Nachbarschaftsräumen so gestaltet werden könne wie die Kirchenvorstände dies für sich verbredeten: »Ob Sie alle Entscheidungen in allen Kirchenvorständen gleichlautend treffen wollen, ob Sie einen Lenkungsausschuss mit klar umrissenen Kompetenzen gründen oder ob Sie sich zu einer Gesamtkirchengemeinde zusammenschließen: Es ist Ihre freie Entscheidung«, stellte sie klar und ging auch auf die Sorgen kleinerer Gottesdienstorte ein: »Die Kirchengemeinde kann noch so klein sein, so lange es einen Kirchenvorstand gibt, bleibt sie Kirchengemeinde, wird pfarramtlich mitversorgt und kann nicht gegen deren Willen durch die Landeskirche aufgelöst werden«, versicherte die Pröpstin.

Pfarrer Christoph Gerken, der sämtliche Begegnungstage als von der evangelischen Kirche im Hessen und Nassau Beauftragter für Visitationen begleitet und moderiert hatte, überlegte mit den Synodalen die nächsten Schritte. Man müsse die Gemeindemitglieder mitnehmen, miteinander reden und mehr Begegnungen ermöglichen, wurde dabei als Wünsche genannt.

Außerdem legten die Beteiligten Wert auf neue Kommunikationswege beziehungsweise bessere Kommunikation. »An Engagement und gutem Willen, an Ideen und dem Wunsch zum Miteinander mangelt es nicht«, stellte Gerken anerkennend fest.

Annegret Puttkammer verabschiedet sich

Pröpstin Puttkammer sicherte den Gemeinden Unterstützung und Begleitung durch Christoph Gerken zu, bevor sie sich mit dankbaren Worten von der Synode verabschiedete - nicht nur für diesen Tag, sondern voraussichtlich für lange Zeit: Zum 1. Dezember wird Puttkammer neue Direktorin des Neukirchener Erziehungsvereins in Neukirchen-Vluyn bei Düsseldorf. Präses Britta Duchardt-Linneborn überreichte der scheidenden Pröpstin ein Abschiedsgeschenk, bevor die Synode ihr mit langanhaltendem Applaus dankte.

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