28. Juli 2019, 11:00 Uhr

Pohlheim

Hühner verenden elendig auf der Autobahn

Hunderte Hühner sind elendig in einem Lkw auf der A5 verendet. Mitarbeiter der Polizeiautobahn Butzbach stoppten am Mittwoch bei Pohlheim einen Tiertransporter.
28. Juli 2019, 11:00 Uhr
Die eingepferchten Hühner, teils bereits tot, im Lkw auf dem Limes-Rastplatz bei Pohlheim. Foto: Polizei

Den Beamten und der hinzugerufenen Tierärztin boten sich unfassbare Bilder. Gegen 19.50 Uhr meldeten Verkehrsteilnehmer einen Hühner-Transporter, der auf der A5 in Richtung Kassel unterwegs war. In dessen Käfigen lägen, so die Zeugen, etliche leblose Hühner.

Transporte bei Hitze generell verboten

Eine Streife der Autobahnpolizei holte den in den Niederlanden zugelassenen Laster ein. Bereits beim Vorbeifahren sichteten die Ermittler verendete Hühner, zudem lagen weitere Tiere in erbärmlichem Zustand in den Käfigen.

Auf dem Rastplatz »Limes« bei Pohlheim stoppten die Ordnungshüter bei 34 Grad Außentemperatur den Lastwagen. Geladen hatte der morgens um 4 Uhr in Frankreich gestartete Tiertransporter 4.470 Hühner, die in Polen einem Schlachtbetrieb zugeführt werden sollten.

Die Veterinärin schätzte nach der ersten Sichtung vor Ort, dass rund zehn Prozent der Hühner bereits verendet waren. Ihrer Ansicht nach wäre kein einziges Huhn im zwölf Stunden entfernten Polen lebend angekommen.

Kühlung erfuhren die Tiere lediglich durch den Fahrtwind. Eine für einen solchen Transport vorgeschriebene Versorgung mit Wasser fehlte gänzlich. Zudem bestand aufgrund der extremen Hitze ein europaweites Verbot für internationale Tiertransporte.

Weitere Tiere gefährdet

Der Transporter musste entladen werden. Ein Geflügelbetrieb in Waldsolms erklärte sich bereit, einen Stall zur Verfügung zu stellen, um die noch lebenden Tiere unterbringen zu können. In Waldsolms zählten Polizei und Tierärztin rund 500 verendete Hühner. Bei weiteren 400 bis 500 Tieren besteht die Gefahr, dass sie an den Folgen des Transportes sterben werden.

Ermittlungen dauern an

Die beiden in den Niederlanden lebenden Fahrer des Transporters mussten wegen Verstößen gegen das Tierschutzgesetz Sicherheitsleistungen in Höhe von jeweils 1.000 Euro hinterlegen.

Polizei und Veterinäramt ermitteln derzeit zudem gegen weitere am Transport beteiligte Personen. Insbesondere der Verlader, der Disponent und der für den Transport verantwortliche Tierarzt rücken in den Fokus der Ermittlungen.

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