Biedenkopf

Darsteller bauen Kostümteile für den »Ritter«

Zwei Tage lang haben 13 junge Leute im KulturFundus am Marktplatz Kostümteile für die Aufführung von »Ritter Rost« bei den Schlossfestspielen gebaut.
06. Juni 2018, 15:00 Uhr
Gemeinsam ausprobieren und Ideen entwickeln, wie welches Kostüm am besten angefertigt werden kann: Besonders beliebt war dabei der Kunsstoff »Worbla«, der sich beliebig bearbeiten lässt. Fotos: Koelschtzky/Stadt Biedenkopf

»Das war echt super«, sagt der 21-jährige Marcel »Die ganze Zeit hatten wir Spaß«, findet auch Amera Almarawi. Mit langen Krallen fährt Manuel Böhm auf die Fotokamera los. Der Zwölfjährige spielt bei den diesjährigen Schlossfestspielen im Kindermusical »Ritter Rost und das Gespenst« den Drachen Koks.

Dafür hat er im Workshop Handschuhe mit langen Drachenkrallen gebastelt. »Ganz toll«, findet er. »Wir hatten die ausgefallensten Materialien zur Verfügung, alle denkbaren Werkzeuge, und Daniel ist einfach klasse.«

Mit Heißluft Kreatives erstellen

Besonders beliebt war bei den jungen Teilnehmern zwischen 12 und 21 Jahren das Kunststoffmaterial »Worbla«, das Kulturreferent Frank Johannes Wölfl in großen Mengen besorgt hatte. Die Kunststoffplatten lassen sich mithilfe von Heißluft in jede gewünschte Form bringen, zusammenfügen, bemalen, bekleben oder lackieren. So entstanden die scharfen Krallen für den Drachen, Masken oder Brillen.

Mit Multifunktionswerkzeug oder Heißluftpistole, Hammer, Scheren, Feilen und Farben von Messing, Gold und Silber bis Knallrot oder Drachengrün wurden Hüte, Rüstungsteile, Helme und Masken angefertigt, die mit Teilen aus Computer- und Handyschrott oder Schrauben und Muttern den letzten Schliff erhielten.

Was ist »Steampunk«?

Zu Beginn des Workshops berichtete der angehende Lehrer Daniel A. Lutz, der als Steampunk »Albert von Naht zu Gabe« in der Szene bekannt ist, in passendem Outfit über die Subkultur des Steampunk. Er erklärte die Hintergründe der Bewegung, die ausgehend vom viktorianischen Zeitalter sich eine andere Gesellschaft vorstellt – wenn nämlich die industrielle Entwicklung nicht auf Öl, Gas und Elektronik gesetzt hätte, sondern die damaligen Techniken wie Dampfmaschinen, Mechanik oder Luftschiffe weiter entwickelt hätte. Das hätte auch eine ganz andere Gesellschaft hervorgebracht als die, in der wir heute leben.

Im Stil dieser Subkultur inszeniert Wölfl das Kindermusical »Ritter Rost« und so entstanden bei dem Workshop viele originelle Teile, die im Sommer auf der Bühne im Schloss mitspielen werden.

Andere Teilnehmer widmeten sich ihrer Lieblingsfigur aus Computerspielen oder dem Internet. So arbeitete die 19-jährige Natalie aus Breidenstein an einem lederbezogenen Armschutz aus dem Spiel »Assassins Creed«. Sie plant auch noch einige Kleidungsstücke, um bei der Abschlusspräsentation aller Workshops am 21. Oktober im KulturFundus ihre Figur vorstellen zu können.

Finanziert werden die Jugend-Workshops der Stadt vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst über das Modellprojekt »Kulturkoffer«. Im dritten Jahr veranstaltet das Kulturreferat im Zusammenhang mit den Schlossfestspielen kostenlose Kunst- und Kulturworkshops für junge Leute.

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