13. Februar 2021, 13:00 Uhr

Wetzlar

2.000 kunterbunte Herzkissen für Palliativstation

Bunt sind sie, sollen Mut machen und Schmerzen lindern: Die Herzkissen im Klinikum, die Waltraud Parsch hergestellt und dem Klinikum-Krebsverein gespendet hat.
13. Februar 2021, 13:00 Uhr
Spenderin Waltraud Parsch übergibt ein Herzkissen an einen Patienten, im Beisein von Hanne Dore Desch, Funktionsrärztin Dorothee Rink, Bereichsleiterin Stella Tsiridou-Neuber und Krankenhausseelsorger Peter Herrmann. Foto: Volkmar

Waltraud Parsch hatte von der Idee »Herzen gegen Schmerzen« gelesen und für sich zum Vorbild genommen. Nun konnte die Wetzlarerin aus der Neuen Wohnstadt 2.000 Kissen im Klinikum abliefern. Groß war die Freude nicht nur beim Krebsverein und seinem Vorsitzenden, dem katholischen Krankenhausseelsorger Peter Hermann, auch die Mediziner und das Pflegepersonal der Palliativstation bedankten sich bei der Spenderin.

Eine dänische Krankenschwester brachte die Idee dieser speziellen Kissen vor 14 Jahren aus Amerika mit, entwickelte den Schnitt und begann, die Idee »Herzkissen lindern Schmerzen« - verschenkt von »Herz zu Herz« zu verbreiten. Mittlerweile ist in Deutschland ein großes Netzwerk entstanden, in dem sich Frauen und Männer in den Dienst der guten Sache und ehrenamtlichen Arbeit stellen. Das Pflegeteam hatte auf einem Kongress davon erfahren.

Jedes Kissen anders

Das Kissen hat die Form eines Herzens mit verlängerten »Ohren« und wurde ursprünglich für Brustkrebspatientinnen entwickelt. Die Patienten sind begeistert und freuen sich über das Geschenk, zumal jedes Kissen ein Unikat ist und sie es nach der Entlassung mit nach Hause nehmen können.

Das Herzkissen mit den Ohren sei in Momenten der Verzweiflung und Ratlosigkeit Kuschelkissen und Trostspender zugleich, weiß Peter Herrmann zu berichten. »Ich wollte einfach den vielen Krebspatienten im Wetzlarer Klinikum mit dem Kissen ein bisschen Mitgefühl und Trost zukommen lassen«, meinte die fleißige Näherin, die auch in der Sozialarbeit der katholischen St.-Bonifatius-Gemeinde aktiv ist.

Groß angelegte Nähaktion

»An der Fertigstellung der Kissen habe ich rund sieben Jahre gearbeitet. Das war schon etwas mehr als reine Freizeitbeschäftigung. Zumal ich oft nach den richtigen Baumwollstoffen in den verschieden bunten Farben in den Geschäften suchen musste, wenn Stoffspenden nicht ausreichten. Denn jedes Kissen sollte ja eine andere Farbe haben. Immer wenn ich rund 100 Herzkissen fertig hatte, habe ich sie im Krankenhaus abgeliefert«, erzählte die bescheidene Spenderin.

Hilfe in schwierigen Situationen

»Da die Nachfrage immer noch groß ist, werde ich weiter liefern in der Hoffnung, dass ich den oft schwerkranken Krebspatienten damit eine kleine Freude bereiten kann.« Der Krebsverein finanziert sich ausschließlich aus Spenden und wurde im Jahre 1989 gegründet. Der Vorsitzende Peter Herrmann sagt: »Diese soziale Einrichtung, in der sich Ehrenamtliche, Seelsorger und Mediziner engagieren, hat sich zur Aufgabe gemacht, Tumorpatienten und deren Angehörigen zu helfen, mit der schweren Erkrankung umzugehen.«

Herrmann verweist neben der psychologischen Belastung der Patienten, bedingt durch Operation, Chemotherapie und/oder Strahlentherapie, auch auf die Ängste vor der Zukunft, Probleme im familiären Umfeld und finanzielle Sorgen oder auch das nahende Lebensende.

Zuwendungen stagnieren

Nach den Worten des Vorsitzenden könnte der Krebsverein am Klinikum Wetzlar wesentlich mehr betreuen, aber es fehle an Geld und ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. »Die Zahl unserer Mitglieder stagniert auf niedrigem Niveau, auch die Zuwendungen von Firmen, Kirchen und Vereinen und Privatpersonen stagnieren und sind zum Teil rückläufig«, bedauert Herrmann.

Mehr Informationen zu der Herzkissenaktion und dem Krebsverein gibt es unter 06441 792169.

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