12. April 2021, 13:00 Uhr

Ebsdorfergrund

Hessenweit einmaliges Projekt jetzt im Bau

Acht Hektar Gewerbeflächen umfasst das interkommunale Gewerbegebiet InterKom, für das die Bauarbeiten in Heskem-Mölln begonnen haben.
12. April 2021, 13:00 Uhr
Die Bürgermeister der drei beteiligten Kommunen setzten mit weiteren Beteiligten die ersten Spatenstiche für das neue Gewerbegebiet. Foto: Stefanie Ingwersen

InterKom wird in Zusammenarbeit der Standort-Gemeinde Ebsdorfergrund mit der Stadt Marburg und der Stadt Staufenberg entwickelt. »Drei Kommunen aus zwei Landkreisen entwickeln gemeinsam ein interkommunales Gewerbegebiet. Das ist hessenweit einmalig«, betonten Ebsdorfergrunds Bürgermeister Andreas Schulz, Marburgs Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies und Staufenbergs Bürgermeister Peter Gefeller bereits bei der Gründung der InterKom GmbH Ende 2019. »Wir gehen das Projekt zusammen an, weil ein attraktiveres Angebot entsteht, wenn wir zusammenarbeiten und unsere jeweiligen Stärken einbringen«, wiederholten die Projektpartner nun beim Spatenstich mit den drei Bürgermeistern Schulz, Gefeller und Wieland Stötzel (Marburg) in Vertretung von Oberbürgermeister Spies.

Erschließungsarbeiten bis ins Jahr 2022

Im ersten Schritt entwickeln die drei Projektpartner dort acht Hektar Gewerbefläche (InterKom I und II). Die Erschließungsarbeiten werden noch bis ins erste Quartal 2022 andauern. InterKom II wird dabei schon ab der zweiten Hälfte dieses Jahres bebaubar sein, InterKom I ab Frühjahr 2022. Perspektivisch kann das Gebiet auch um InterKom III und IV ergänzt werden.

»Wir sind zuversichtlich, dass wir dieses Jahr noch 75 Prozent der Flächen werden vermarkten können. Bisher haben bereits zwischen 15 und 20 Unternehmen starkes Interesse bekundet und Flächen reserviert«, verkündete Schulz. In der Auswahl werden die Unternehmen priorisiert, die aus den drei beteiligten Kommunen stammen. »Auf diese Weise schaffen wir auch mehr Arbeitsplätze für die Menschen in der Region«, ergänzte Gefeller. »Die Einnahmen aus den Gewerbesteuern kommen zudem den drei Kommunen zugute und können in wichtige Projekte und Institutionen, wie zum Beispiel Kindertagesstätten, investiert werden«, so Gefeller weiter.

»Marburg hat viele Start-ups und Betriebe, die räumlich an ihre Grenzen kommen, sich aber weiter regional ansiedeln wollen. Diesen Unternehmen wollen wir eine Entwicklungsmöglichkeit und eine Perspektive vor Ort bieten«, sagte Stötzel. »Es ist wichtig, über die eigene Kernstadt hinauszudenken und eine regionale Perspektive einzunehmen.«

Zudem sei es ökologisch und für die Lebensqualität der Menschen sinnvoll, Gewerbe an klug ausgewählten Standorten zu bündeln, statt drei separate Gewerbegebiete jeweils alleine zu planen. Auf diese Weise werde weniger Fläche verbraucht. Der Standort von InterKom ist direkt an der neuen Ortsumgehung von Heskem-Mölln gelegen und werde komplett über die Ortsumgehung erschlossen. Es falle also kein zusätzlicher Verkehr für den Ortsteil an.

Für das Gebiet ist vor allem eine Nutzung als Fläche für Gewerbetreibende vorgesehen. Vor Ort wird es jedoch auch eine Tankstelle geben sowie ein Mischgebiet als Übergangszone vom Gewerbegebiet zu Wohngebieten. In diesem Mischgebiet soll es Gewerbe geben, aber auch Dienstleistungsbetriebe, die der Versorgung dienen - wie zum Beispiel eine Konditorei. Die Gewerbefläche soll vor allem Handwerksbetriebe beherbergen, aber auch Bauunternehmen, Bürogebäude und Unternehmen aus dem Bereich der Elektrotechnik, der Forschung, der Entwicklung und der Werbung. Ausgeschlossen sind Logistikunternehmen und Einzelhandel.

Fördermittel des Landes

Weil die Zusammenarbeit einmalig ist und Vorbildcharakter für weitere interkommunale Gewerbegebiete in Hessen haben kann, gab es für InterKom 75.000 Euro Förderung aus dem hessischen Innenministerium. Damit haben die drei beteiligten Kommunen die Kosten für die Planung und Koordinierung von InterKom und der zugehörigen Rahmenbedingungen finanziert. Im Oktober 2020 beschloss das Land zudem, das »Leuchtturmprojekt« mit 1,5 Millionen Euro zu bezuschussen. An der InterKom GmbH sind Ebsdorfergrund mit 50 Prozent sowie Marburg und Staufenberg mit jeweils 25 Prozent beteiligt.

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