21. Februar 2020, 15:00 Uhr

wetzlar

Tikato hilft mit Projekten

Der Arbeitskreis Brot für die Welt - Tikato kann nach Jahresabschluss wieder auf bemerkenswerte Spendeneingänge blicken.
21. Februar 2020, 15:00 Uhr
Alfred Weber, Norbert Ruppik, Barbara Bräunig, Georg Schiller, Christel Weber, Marie-Noelle von der Recke, Wolfgang Gerster, Lore Gerster, Etienne Bazie aus Burkina, Vorsitzende Heidi J. Stiewink und Wilhelm Wilmers (v.l.) - ein Teil des Tikato-Teams - bei der Übergabe von 20.000 Euro für die Binnenflüchtlinge an Etienne Bazie (3.v.r.). Foto: Tikato

Die Spendengelder wurden für Projekte in den Bereichen Bildung, Kindergarten, Schule, Nahrungsmittelsicherung, Garten- und ökologischen Feldanbau, Brunnenbau sowie humanitäre Hilfe an das das Entwicklungsbüro der Evangelischen Kirchen (ODE), das fast eine Million Binnenflüchtlinge unterstützt.

21.000 Euro durch Mango-Verkauf

Neben der gemeinsamen Aktion mit der Kirchengemeinde Naunheim »Tausche Mangos gegen Schule«, die einen Erlös von über 21.000 Euro einbrachte, sind knapp 18.000 Euro an Kollekten aus den Kirchengemeinden sowie knapp 43.000 Euro an Spenden aus ganz Deutschland und Norwegen zu verzeichnen.

Bedrohung durch Terror

Der in 2015 begonnene Terror versetzt das ganze Land in Angst. »Jede Familie ist auf irgendeine Weise mit den Opfern verbunden«, erklärt der mit Tikato eng verbundene Gustave Sawadogo, der seit vielen Jahren in Deutschland lebt. Kirchen, Moscheen, Polizei- und Militärstationen, Marktplätze, Dorf-Ansiedlungen wurden überfallen, mehr als 800 Menschen wurden brutal ermordet.

Die Überlebenden fliehen in die Städte und es mussten Flüchtlingslager eingerichtet werden. Außerdem haben viele Familien neben ihren Verwandten auch Unbekannte aufgenommen. Dankbar sind die Verantwortlichen dafür, dass bisher alle Tikato-Projekte - die gemeinsamen mit Brot für die Welt sowie die eigenverantwortlichen - in Regionen liegen, die noch nicht vom Terror heimgesucht worden sind.

»Ob wir allerdings beim nächsten Besuch in die Region Kaya reisen können, ist überhaupt nicht sicher«, bemerken Heidi J. Stiewink und Wilhelm Wilmers von Tikato aus Wetzlar aus ihrer langjährigen Erfahrung. »Dort wütet der Terror und es werden Hilfsmittel für Geflüchtete verteilt«, berichtet der kirchliche Partner Etienne Bazie in einem Telefonat.

»Wenn die Terroristen die Kirchen angreifen, bedrohen sie Werte wie Toleranz, Vergebung und Liebe, die unser Land seit jeher geleitet haben. Die in unseren Gesetzen verankerte Religionsfreiheit wird damit verletzt. Die Terrorgruppen haben das Ziel, das Gemeinschafts- und Identitätsgefühl zu schwächen«, beklagt Bazie.

»Die erneuten Anschläge machen neue Hilfe nötig: An Heiligabend haben bereits geflüchtete 100 Kinder ihre Mütter durch ein Massaker auf dem Marktplatz von Arbinda verloren. Dort hatten sie nach ihrer Flucht gerade eine neue Zuflucht gefunden«, schreib ODE und bittet um weitere Hilfe. »Viele Menschen fliehen nach Kaya, die Stadt unweit des Tikato-Staudamms.

Dort haben wir Schlafmatten, Lebensmittel, Medikamente und Küchenutensilien verteilt«, blickt Etienne Bazie dankbar auf die Situation. Aber: »Die Bedürfnisse vor Ort wachsen noch immer und die Herausforderungen sind ebenso enorm.«

ODE versichert, die Verteilung von Lebensmitteln, Kleidung und Grundbedarfsgütern fortzusetzen, um die notleidende Bevölkerung zu entlasten.

46 Jahre Engagement von Tikato

Die 14 aktiven Tikato-Mitglieder sammeln seit 46 Jahren nicht nur Spenden, sondern erwirtschaften durch persönlichen Einsatz durch Back- und Verkaufsaktionen jährlich mindestens 5.000 Euro. So verkaufen sie auf Advents- und anderen Märkten selbst gebackene Mangokekse, burkinisches Kunsthandwerk und organisierten den »Brückenschlag Wetzlar-Ouagadougou«.

Aus den Spendenmitteln des vergangenen Jahres wird die Tikato-Gruppe nun nochmals 5.000 Euro überweisen. 3.600 Euro sind schon seit November von drei Kirchengemeinden zusätzlich angespart worden.

Weitere Informationen unter info@tikato-burkina-faso.de und Tel. 06441-7707494.

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