24. April 2020, 11:00 Uhr

Marburg

Studium und Lehre im Sommersemester

Physische Distanz, aber digitale Nähe: Damit will die Philipps-Universität im Sommersemester Forschung und Lehre trotz der Coronavirus-Pandemie weiter ermöglichen.
24. April 2020, 11:00 Uhr
Digitale Formate wie Videos können bei der Vermittlung von Lehrinhalten helfen. Die Philipps-Universität unterstützt beim Erstellen audiovisueller Materialien. Foto: Susanne Saker

Auch Studierende und Beschäftigte sollen mit dem Konzept so gut es geht vor einer Ansteckung durch das Virus geschützt werden. Web-Konferenzen, Streaming sowie Lern- und Lehrplattformen wie »Ilias« werden deshalb im Sommersemester eine besondere Rolle spielen. Die Universität baut die Kapazitäten für die technische Infrastruktur aus und bietet Beratung für den Einsatz dieser Technologien in der Lehre und in Prüfungen an.

Viele Beschäftigte aus allen Bereichen der Universität arbeiten täglich an der Verbesserung der Bedingungen für das Sommersemester. Je nach der weiteren Entwicklung der Pandemie können voraussichtlich in einem flexibel verlängerten Sommersemester notwendige Präsenzphasen stattfinden.

Der Vorlesungsbetrieb hat am 20. April umfassend zunächst mit »Lehren und Lernen auf Distanz« begonnen. »Wir haben uns vorab darauf vorbereitet, dass der Lehrbetrieb im Sommersemester - wenn nötig - weitgehend in digitaler Form stattfinden kann«, sagt Prof. Evelyn Korn, Vizepräsidentin für Studium und Lehre an der Philipps-Universität. Viele Lehrende und Forschende nutzen bereits digitale Tools - andere starten unterstützt durch verschiedene Angebote mit der Entwicklung ihres digitalen Werkzeugkoffers.

Digital gestütztes Lehren und Lernen

Hilfe für die neuen Erstsemester gibt es in diesem Jahr vor allem online. Die Webseiten zum Studieneinstieg dienen als Wegweiser zu den virtuellen Orientierungs-Angeboten der einzelnen Studiengänge. Neu ist der »Ideenraum zum digital gestützten Lehren und Lernen«. Er unterstützt Lehrende dabei, die zentrale Lernplattform »Ilias« noch besser für ihre Zwecke zu nutzen und um weitere Werkzeuge zu ergänzen. Dazu gehören zum Beispiel Hilfe beim Aufzeichnen und Bereitstellen von Vorträgen, Tipps für die Gestaltung von Lektüreaufgaben und Demokurse für digitale Seminare und Prüfungsorganisation.

»Die Plattform ›Ilias‹ ist seit vielen Jahren in den Lehralltag integriert und bietet Studierenden der Philipps-Universität lehrveranstaltungsbegleitende Materialien, E-Learning- und Blended-Learning-Angebote sowie Möglichkeiten zur Kooperation mit Kommilitoninnen und Kommilitonen«, erklärt Korn. Lehrende können über »Ilias« mit ihren Studierenden kommunizieren, Sprechstunden verwalten oder über Wikis, Tests, Umfragen oder virtuelle Klassenräume ihre Präsenzlehre anreichern.

Livestreams

Für virtuelle Treffen wie Seminare, Besprechungen oder Lerngruppen bietet die Universität Video- und Web-Konferenzdienste wie DFNconf, WebEx und BigBlueButton an. »Um alle Lehr- und Prüfungsszenarien optimal unterstützen zu können, haben wir begonnen die bestehende Dienste auszubauen und neue aufgebaut«, sagt Korn. Darüber hinaus berät die »Zukunftswerkstatt für digital gestützte Hochschullehre« Lehrende individuell.

Bücher für Lehrende mit Lieferservice

Die Universitätsbibliothek (UB) bietet neue Dienste an, damit Lehrende auch bei geschlossenen Bibliotheken so gut wie möglich im Sommersemester arbeiten können. Wer gedruckte Literatur für die Vorbereitung einer Lehrveranstaltung benötigt, kann einen neuen Not-Lieferservice der UB in Anspruch nehmen. Hochschulangehörige können den Scanservice MAUSintern nutzen - einen Dokumentlieferdienst für Zeitschriften- und Buch-Artikel. Viele Verlage bieten außerdem Hilfe in Form kostenloser Freischaltungen, zum Beispiel von E-Books oder E-Zeitschriften. Die Universitätsbibliothek bietet eine Übersicht zu allen Angeboten der Verlage, die laufend aktualisiert wird.

Die UB ist bereits vor Ostern wieder schrittweise in den Ausleihbetrieb gestartet. Alle Angebote stehen nur Mitgliedern und Angehörigen der Universität zur Verfügung. Ihren Service für die Öffentlichkeit darf die UB derzeit nicht anbieten.

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