10. November 2019, 15:00 Uhr

Gießen

Dr. Lea Elsässer mit dem Gießener Wilhelm-Liebknecht-Preis ausgezeichnet

In einer öffentlichen Feierstunde hat der Magistrat der Universitätsstadt Gießen den Wilhelm-Liebknecht-Preis an Dr. Lea Elsässer verliehen.
10. November 2019, 15:00 Uhr
V.l.: Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz, Dr. Lea Elsässer, Prof. Dr. Armin Schäfer und Annette Wiese (geborene Liebknecht, Urenkelin von Wilhelm Liebknecht). Foto: Stadt Gießen

Mit dem Preis würdigt der Magistrat die hervorragende Dissertation von Dr. Elsässer zum Thema »Wessen Stimme zählt? Soziale und politische Ungleichheit in Deutschland.«

Dissertation zeigt soziale Unterschiede auf

Mit der Entscheidung folgt der Magistrat dem Auswahlgremium, das aus Vertreterinnen und Vertretern der Justus-Liebig-Universität, des Oberhessischen Geschichtsvereins, der Oberbürgermeisterin und Personen besteht, die von den in der Stadtverordnetenversammlung vertretenen Parteien benannt wurden.

Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz stellte in ihrer Rede fest, dass auch 150 Jahre nach Wilhelm Liebknechts leidenschaftlichem Einsatz für die Rechte der Arbeiterbewegung die Forderung nach einer Verbindung zwischen politischer und sozialer Gleichheit noch hochaktuell ist. Warum dies so sei, darauf könne die Arbeit von Dr. Elsässer Schlaglichter werfen, so Grabe-Bolz. Die Autorin zeigt in ihrer Arbeit auf, dass die politische Gleichheit per Wahlgesetz zwar gewahrt ist, dass aber Politik die Interessen der Wähler der unteren Schichten im Handeln nicht repräsentiert, dass sich dadurch die soziale Schere weiter öffnet und dass damit, so Dr. Elsässer, das Gleichheitsversprechen der Demokratie verletzt werde.

Laudatio durch Doktorvater

In der Laudatio betonte Professor Dr. Armin Schäfer, Doktorvater der Preisträgerin von der Wilhelms-Universität Münster, den besonderen Verdienst der Preisträgerin, die Responsivitätsforschung auf Deutschland übertragen zu haben. In diesem Feld wird der Frage nachgegangen, inwieweit sich die Entscheidungen der Politik an den Meinungen und Interessen von Wählern orientieren. Mit hohem Aufwand habe Dr. Elsässer das bestehende Meinungsbild in der Bevölkerung, wie es sich in Umfragen ausdrückte, mit den Entscheidungen des Bundestags verglichen.

Der Verlust von Vertrauen in die Politik ist, so Dr. Elsässer in ihrer Rede zur Preisverleihung, dem Umstand geschuldet, dass die eigenen Interessen und Meinungen eben nicht zählten. Nicht gefühlt, sondern real. Wenn sich das Auseinandergehen der Schere zwischen Arm und Reich in den Entscheidungen des Bundestags als Benachteiligung der prekären Bevölkerungsgruppen wiederfinde, sei dies eine Gefahr für die Demokratie. Ein Schluss, der auch Wilhelm Liebknecht interessiert hätte.

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