07. September 2019, 15:00 Uhr

Braunfels

Braunfelser Schlossherr kritisiert Bauordnung

Erstmals besuchte eine Delegation der CDU-Kreistagsfraktion Johannes Graf von Oppersdorff, um sich über die vielfältigen Nutzungen von Schloss Braunfels zu informieren.
07. September 2019, 15:00 Uhr
Johannes Graf von Oppersdorff (hinten, Mitte) zeigte seinen Besuchern gerne sein »Wohnhaus« - das Braunfelser Schloss. Foto: privat

Hausherr Graf Oppersdorff wies darauf hin, dass man sich hinsichtlich der Besucherzahlen des Schlosses natürlich nicht mit dem Original-Neuschwanstein messen könne, denn die Besucherzahl dort liege bei über einer Million. Andererseits müsse Schloss Braunfels, das immer noch von der Familie bewohnt werde, den Vergleich auch nicht scheuen.

Angenehme Besichtigungstouren

Braunfels biete auch im Inneren viele Attraktionen, die während der 50-minütigen Führung hier in der Regel deutlich entspannter besichtigt werden können. Außerdem sei es ungefähr 600 Jahre älter als das von König Ludwig erbaute Neuschwanstein.

40.000 Besucher im Jahr

Rund 40.000 Besucher würden pro Jahr das Schloss besuchen - hauptsächlich samstags und vor allem sonntags. Die Touristen kämen aus ganz Deutschland, aus Europa und den USA. »Wobei die Unterhaltung des Museums und die Gebäudeunterhaltung eine Herausforderung ist«, sagt Graf Oppersdorff.

20 Schlossführer, davon drei Festangestellte, sorgen für klassische Schlossführungen, pädagogische sowie kunsthistorische Führungen. Außerdem gibt es Schwerpunkte mit der Waffensammlung, dem Familienmuseum oder den museumspädagogischen Führungen für Kinder im Alter von sechs bis zwölf Jahren. »Erfreulicherweise sind etwa 10.000 der Besucher pro Jahr Kinder und Jugendliche«, berichtet Johannes Graf von Oppersdorff.

Was besser laufen könnte

Generell müsse die Werbung verstärkt werden. Auch die Anbindung an das Radwegenetz sei optimierbar. Hier arbeite man aktuell mit dem neuen Bürgermeister Christian Breithecker an Lösungen. Das Verhältnis zur Unteren wie zur Oberen Denkmalschutzbehörde sei insgesamt sehr kooperativ und erfreulich.

Brandschutz ist ein Problem

Kaum zu bewältigende Herausforderungen stellten für den Eigentümer des Gebäudes allerdings die Anforderungen des Brandschutzes dar. Hier wäre es sinnvoll und dringend geboten, dass in bestimmten Fällen Abweichungen, wie sie bis vor Kurzem in der Hessischen Bauordnung (HBO) noch vorgesehen waren, wieder möglich würden. »Wenn alle Vorschriften 1:1 umgesetzt werden müssten, müsse man im Grunde sämtliche denkmalgeschützte Burgen, Schlösser und Bauten für Besucher schließen. Hier wäre eine Differenzierung sinnvoll und dringend geboten, die die Besonderheiten dieser Kulturdenkmäler berücksichtigt«, erklärt der Braunfelser Hausherr.

Auch die Abschreibungsmöglichkeiten könnten verbessert werden. In früheren Jahren habe es einmal zehn Prozent p.a. gegeben. Dann sei der Abschreibungssatz leider auf neun Prozent in zehn Jahren gesenkt worden. Jeder, der ein geschütztes Gebäude unterhalte, wisse um den finanziellen Aufwand. Wenn die Unterhaltung dem Staat zufalle, weil es der Private nicht mehr leisten könne, werde es deutlich teurer.

Die CDU-Besucher versprachen, die Kritik an das Finanzministerium weiterzugeben und bedankten sich für die Gastfreundschaft.

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