14. September 2020, 13:00 Uhr

Herborn

Aus Pfarrer wird Pastor

Für die Gemeindeglieder in Amdorf, Burg und Uckersdorf kam die Nachricht überraschend: Pfarrer Stefan Schneider wird mit seiner Frau Susanna nach Norddeutschland ziehen.
14. September 2020, 13:00 Uhr
Stefan Schneider war elf Jahre evangelischer Pfarrer im Ambachtal. Foto: Becker-von Wolff

15 Jahre war Stefan Schneider im Evangelischen Dekanat an der Dill tätig, davon elf Jahre evangelischer Pfarrer im Ambachtal. Nun wechselt der aus Pohlheim-Watzenborn stammende Schneider 400 Kilometer nördlich zur Evangelischen Kirchengemeinde Heeslingen. Aus dem Pfarrer der EKHN wird ein Pastor der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers: »Der Titel ist für mich noch etwas gewöhnungsbedürftig und es ist ein Sprung ins Neuland«, sagt Stefan Schneider schmunzelnd, »aber mich reizt die neue Aufgabe.«

Unterstützung im Norden gesucht

Ein Kollege, der wie Stefan Schneider ebenfalls im kirchlichen »Fresh X«-Netzwerk mitarbeitet, erzählte ihm von der Kirchengemeinde Heeslingen in der Metropolregion vor den Toren Hamburgs, die in den neun zugehörigen Dörfern einen enormen Zuzug aus den Städten Hamburg und Bremen verzeichnet. Die Pfarrer kamen ins Gespräch und es stand die Frage im Raum, ob er nicht der zweite Pastor für die Seelsorge und Gemeindearbeit werden möchte. »Mit dieser Entwicklung hatte ich vor einigen Monaten selbst nicht gerechnet«, sagt Stefan Schneider, der als Werder Bremen-Fan eine gewisse Affinität zu Norddeutschland nicht verleugnen kann. »Wir haben uns als Familie und ich als Pfarrer hier im Ambachtal immer sehr wohl gefühlt«, sagt Schneider. »Es gibt so manches Weizenkorn, dass ich hier säen durfte, das aufzugeben schmerzt schon ein wenig«, sagt Schneider.

Chance auf einen Neubeginn

Andererseits reizt ihn die Herausforderung in Heeslingen: »Wenn ich nochmal was Neues beginne, dann jetzt«, sagt der 57-Jährige. Gemeinsam mit seiner Frau (54) und den Kindern habe er den Sprung ins Neuland beraten und abgewogen. »Unsere Kinder Manuela, Dennis und Johannes sind erwachsen und leben nicht mehr bei uns im Haus. Sie tragen den Wechsel nach Norddeutschland aber mit«, erzählt Stefan Schneider. »Ich habe viele weitere Gespräche mit der neuen Gemeinde und dem Kirchenkreis Bremervörde-Zeven geführt und mich dann erst beworben.«

Neue Wege gehen

Was ihn an der neuen Stelle reizt? »Es ist die Aussicht, in einem Team mit einem Pfarrkollegen und einem Gemeindediakon an nur einem Gottesdienstort zu arbeiten«, sagt Stefan Schneider, »mit dem Kollegen teile ich viele inhaltliche Übereinstimmungen: Wir wollen gemeinsam neue innovative Formen von Gemeindearbeit ausprobieren und schauen, wie wir das Evangelium zu den Menschen in die Dörfer und Neubaugebiete tragen können.«

Kinder- und Jugendarbeit als Schwerpunkt

Die Kirchengemeinde an der Oste setzt besondere Schwerpunkte in der Kinder- und Jugendarbeit. Ein Förderverein finanziert die Stelle des Diakons für die Kinder- und Jugendarbeit. Es gibt Hauskreise für alle Altersgruppen und auch kirchenmusikalisch besteht ein breites Spektrum mit Posaunenchor, Kirchenchor, dem Chor »Joyful« und einer Jugendband, die zweimal im Monat beim Abendgottesdienst spielt.

Neben den »traditionellen« Gottesdiensten gibt es einmal im Monat ein alternatives Angebot mit zeitgemäßer Musik und themenbezogener Predigt. »Auch hier im Dekanat an der Dill habe ich immer versucht, Tradition und Moderne zusammenzuführen. Ich habe für moderne Gottesdienstformen und Zielgruppenarbeit geworben und im Ambachtal auch manches umgesetzt. Das tolle Miteinander in der Kirchengemeinde Ambachtal und im Dekanat werde ich ebenso vermissen wie die gute Zusammenarbeit mit den Vereinen in den drei Gottesdienstorten.«

Präses Dr. Wolfgang Wörner dankt Pfarrer Stefan Schneider für seinen langjährigen Dienst im Dekanat an der Dill: »Stefan Schneider hat im Ambachtal eine ganze Reihe innovativer Projekte zum Gemeindeaufbau auf den Weg gebracht, die auch weit über die Grenzen seiner Kirchengemeinde ausgestrahlt haben. Ich bedauere seinen Entschluss sehr, verstehe aber, dass sich ihm noch einmal neue Möglichkeiten bieten.« Der stellvertretende Dekan Michael Brück ergänzt: »Mit Pfarrer Stefan Schneider wurden die drei Orte im Ambachtal zu einer Kirchengemeinde zusammengeführt. Wir wünschen ihm und seiner Familie von Herzen alles Gute und Gottes Segen.«

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