29. März 2026, 13:00 Uhr

Gießen

Weniger Straftaten in Mittelhessen

47.648 Straftaten wurden 2025 in Mittelhessen verzeichnet. Das sind 991 Fälle weniger als im Vorjahr und entspricht einem Rückgang um zwei Prozent.
29. März 2026, 13:00 Uhr
Polizeipräsident Torsten Krückemeier stellte die aktuelle Statistik vor. Foto: Polizei

Mittelhessens Polizeipräsident Torsten Krückemeier und Einsatzleiterin Carina Lerch stellten die Kriminalstatistik für das Jahr 2025 vor. Darin eingebunden sind die Landkreise Gießen, Marburg-Biedenkopf, Wetterau und Lahn-Dill.

Bereits im dritten Jahr in Folge sind die Fallzahlen deutlich gesunken. Die Aufklärungsquote liegt 2025 bei 62,7 Prozent (2024: 62,6 Prozent) und ist damit leicht gestiegen.

13 Mordtaten

Bei der Gewaltkriminalität werden Mord und Totschlag, Vergewaltigung, sonstige sexuelle Nötigung, Raub sowie schwere und gefährliche Körperverletzung zusammengeführt. Für 2025 weist die Statistik 13 Mordtaten (-4) in Mittelhessen aus, davon drei versuchte Taten. Eine Tat konnte bis zum jetzigen Zeitpunkt nicht aufgeklärt werden. Im Bereich des Totschlags kam es zu 31 Taten (-1), davon 27 Versuche. Bis auf drei Taten konnten in diesem Deliktsbereich bereits alle Taten geklärt werden.

Um 15,2 Prozent sind die Raubdelikte zurückgegangen. 57 Überfälle weniger verzeichnet die Statistik mit 318 Taten (2024: 375). Eine erneute Zunahme verzeichnet der Bereich der gefährlichen und schweren Körperverletzung. Mit einem Plus von 99 Taten liegt die Gesamtzahl dieser Delikte 2025 bei 1.695 Taten.

Häusliche Gewalt nimmt zu

Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung erfuhren in 2025 erneut einen Rückgang. Die registrierten Fälle reduzierten sich von 1.801 im Jahr 2024 auf 1.634 im zurückliegenden Jahr. Bei der häuslichen Gewalt wurde im Jahr 2025 mit 2.317 registrierten Taten ein neuer Höchststand erreicht. Im Vergleich zu 1.927 Fällen im Jahr 2024 bedeutet dies einen deutlichen Anstieg. Zudem ist hier von einem erheblichen Dunkelfeld auszugehen.

Straßenkriminalität steigt an

Bei der Straßenkriminalität wurden 2025 insgesamt 8.219 Fälle registriert. Im Vergleich zu 8.054 Taten 2024 entspricht dies einem Anstieg um zwei Prozent.. Bei der Eigentumskriminalität wurden 2025 16.011 Fälle registriert. 2024 waren es 15.834 Taten. Wohnungseinbruchdiebstähle wurden 834 Mal registriert, im Vorjahr 826 Taten. 45 Prozent der Taten bleiben im Versuchsstadium stecken.

Weniger Rauschgiftdelikte

Rauschgiftdelikte sind 2025 erneut deutlich zurückgegangen. Nachdem die Fallzahlen bereits von 3.447 Fällen 2023 auf 2.262 Fälle 2024 gesunken waren, setzt sich diese Entwicklung im Berichtsjahr fort. Für 2025 weist die Kriminalstatistik 1.474 Rauschgiftdelikte aus.

Für den Bereich der Vermögens- und Fälschungsdelikte verzeichnet die Statistik bereits im dritten Jahr in Folge einen Rückgang um 2,1 Prozent auf nunmehr 8.231 Fälle. Gleichzeitig stieg die Quote der aufgeklärten Fälle hier von 66,9 auf 71,1 Prozent.

Politisch motivierte Kriminalität

Den Großteil der 2025 erfassten Straftaten bei politisch motivierter Kriminalität machen Propagandadelikte mit 209 Taten (27,7 %), dicht gefolgt von Sachbeschädigungen mit 203 Taten (26,9 %) und Volksverhetzung mit 82 Taten (10,9 %) aus. 27 Fälle (2024: 47 Taten) antisemitischer Straftaten wurden registriert.

3.580 Fälle sogenannter ausländerrechtlicher Verstöße werden für 2025 ausgewiesen (2024: 13.393). Der deutliche Rückgang der Fallzahlen gegenüber dem Vorjahr ist auf die grundlegend veränderte Lage im Zusammenhang mit Flucht- und Migrationsbewegungen zurückzuführen.

Gewalt gegen Vollstreckungsbeamte

Beim Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte gab es im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Mittelhessen einen Rückgang. Die Fallzahlen sanken von 319 Widerständen im Jahr 2024 auf 254 Taten im Jahr 2025.

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