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Hungen ist jetzt Kompass-Kommune

Vandalismus und Drogenhandel am Bahnhof, eine Massenschlägerei am Inheidener See und ein zerstörtes Vereinsheim sorgten für Unmut in Hungen. Eine Sicherheitsinitiative soll vorbeugen.
11. Dezember 2021, 13:00 Uhr
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Der Kompass-Beitritt Hungens mit Polizeihauptkommissar Frank Demper, Polizeipräsident Bernd Paul, Bürgermeister Rainer Wengorsch und Kompass-Beraterin Sonja Böhm. Foto: Karger

Schlechte Laune in der Bevölkerung und rege Diskussion in den politischen Gremien gb es als Reaktionen der Vorfälle in Hungen. Nun ist Hungen nach Lollar, Allendorf/Lda., Heuchelheim, Buseck, Biebertal, Gießen, Pohlheim und Linden die neunte Kompass-Kommune im Landkreis Gießen.

»Es freut mich, dass wir heute hier den Beginn des Mitmachens bei der Sicherheitsinitiative Kompass des hessischen Innenministeriums dokumentieren können«, freute sich Bürgermeister Rainer Wengorsch bei der Auftaktveranstaltung mit Vertretern von Polizei und Ordnungsamt.

Sicherheitsarchitektur weiterentwickeln

Kompass steht für KOMmunalProgrAmmSicherheitsSiegel und hat zum Ziel, die Sicherheitsarchitektur in den Kommunen individuell weiterzuentwickeln und passgenaue Lösungen für Probleme vor Ort zu entwickeln. Dabei soll Bestehendes auf den Prüfstand gestellt und eine detaillierte Maßnahmenliste erstellt werden, wie die Sicherheit vor Ort weiter verbessert werden kann.

Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Prävention. »Wir wollen durch den engen Austausch mit der Polizei die Sicherheit in Hungen durch präventive Maßnahmen verbessern. Gerade im Bahnhofsbereich hatten wir in der Vergangenheit einige Vorfälle, die wir nun gemeinsam angehen wollen. Es geht auch um das subjektive Sicherheitsgefühl der Bürger. Wir wollen sogenannte Angsträume, also Plätze im öffentlichen Raum, die wegen ihrer Unübersichtlichkeit, der Beleuchtung oder der Anwesenheit bestimmter Personengruppen Ängste auslösen oder verstärken, erkennen und die Situation in diesen Bereichen verbessern. Wir wollen entsprechende passgenaue Maßnahmen ergreifen. Dies passt auch zum Stadtumbau, den wir nun angehen wollen und auch zur Reaktivierung der Horlofftalbahn, um hier bereits im Vorfeld Maßnahmen zu betrachten«, so Wengorsch.

Schwerpunkt auf Prävention

Polizeipräsident Bernd Paul brachte seine Freude zum Ausdruck, dass Hungen nun als neunte Kommune im Landkreis Gießen und 21. im Bereich des Polizeipräsidiums Mittelhessen Kompass beitrete und so das Thema Sicherheit mit einem anderen Ansatz in den Blick genommen wird. Sicherheit sei ein Grundbedürfnis des Menschen: »Ich bin sehr angetan, dass sich die Stadt Hungen dem Kompass-Projekt anschließt. Sie haben hier eine besondere Lage mit Bezug zu Vogelsberg und Wetterau. Kompass bringt einen interessanten Ansatz mit sich«.

Hungen ist sichere Stadt

Der Schäferstadt attestierte Paul, dass es sich hier um eine »sichere Stadt handelt« und verwies dabei auf die Häufigkeitszahl, sprich die Anzahl der Straftaten bei 100.000 Einwohner. Diese liege in Hungen bei 2.400, im Bereich des Polizeipräsidiums bei 4.100 und in Hessen bei 5.400. Zudem hob er als einen ganz wichtigen Kompass-Aspekt die Einbindung der Bürger hervor: »Kompass sagt: Komm mach mit, sag wo du Angst hast, drücke dein Unwohlsein aus«.

Artikel: https://www.giessener-allgemeine.de/smlokales/weitere-kommune-ist-jetzt-kompass-kommune;art2773,766742

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