Zweimal jährlich treffen sich auf Initiative des Teams Kindertagesbetreuung im Jugendamt des Landkreises die Fach- und Leitungskräfte der Wald- und Naturkitas, um sich gegenseitig kennenzulernen und sich über Fachthemen auszutauschen. Auch interessierte Fachkräfte aus anderen Kindertagesstätten können an den Vernetzungstreffen teilnehmen. Ziel ist es, die Qualität der Kinderbetreuung in den Waldkitas im Landkreis Gießen weiter zu verbessern. Das Hauptthema des jüngsten Treffens war die Tagesgestaltung in Waldkitas.
Ansprüche und deren Umsetzbarkeit
Kinder- und Jugenddezernent Frank Ide betont die Bedeutung dieser Runden: „Mit den regelmäßigen Vernetzungstreffen schaffen wir die Rahmenbedingungen für eine qualitativ hochwertige Kinderbetreuung. Nicht nur das Teamgefühl der Erzieherinnen und Erzieher wird gestärkt, sondern auch neue Konzepte und Sichtweisen ausgetauscht. So können wir vielfältige Kinderbetreuungsangebote im Kreisgebiet sicherstellen, unter denen Eltern eine passende Form für sich und ihre Kinder finden können. “
Kita-Leiterin Sabine Schlicksupp führte auf der Grundlage des Hessischen Bildungs- und Erziehungsplans in das Thema ein. Diskutiert wurde, wie viel
Struktur, welche Rituale und welche Formen der Rhythmisierung im Tagesablauf der Waldkitas aus pädagogischen Gesichtspunkten sinnvoll erscheinen. Solche wiederkehrenden Etappen sind wichtige Fixpunkte im Laufe des Tages für die Kinder und helfen dabei, die vielen Eindrücke eines Tages zu verarbeiten. Trotz unterschiedlicher Konzeptionen, Haltungen und Kontexten fanden die Leitgedanken „So viel wie nötig, so wenig wie möglich“ und „Flexibilität in der Tagesstruktur“ weitgehende Zustimmung.
Individuellen Bedürfnissen gerecht werden
Auch wenn die Meinungen zur Ausprägung der Alltagsstrukturierung in einer Waldkita unter den Fachkräften differenziert ausfallen, herrscht doch Einigkeit, dass gewisse räumliche und zeitliche Fixpunkte im Tagesverlauf den Kindern Orientierung bieten. Innerhalb dieses Rahmens bleibt jedoch eine hohe Flexibilität im Tagesverlauf nötig, um den individuellen und situativen Bedarfen gerecht werden zu können.
Auch die Vorschularbeit wurde von den Teilnehmenden kontrovers diskutiert. Ausgangspunkt war die Frage, wie stark sich die pädagogische Arbeit der Kita auf die späteren schulischen Anforderungen ausrichten sollte. Getreu dem Motto „Pädagogik ist Handlung in Spannungsfeldern“ bereicherte hier eine weite Bandbreite an Positionen und neuen Perspektiven die Debatte.
Das nächste Vernetzungstreffen soll sich mit Sicherheitsaspekten in Waldkitas auseinandersetzen. Im vergangenen Herbst tauschten sich die Teilnehmer zum Thema „Nutztiere in Wald- und Naturkitas“ aus.